Euro 2008 vs. Long Tail

Juni 19, 2008

Kürzlich hatte ich eine nette Unterhaltung rund um Web 2.0 und insbesondere den von Chris Anderson geprägten Begriff des „Long Tail“. Dabei kamen wir auch auf einen netten Vergleich zur Euro 2008.

Im zugehörigen Buch macht Anderson die Entwicklung zum „Long Tail“ auch an Hand der zunehmenden Diversifizierung der Medien fest, die den Nutzern heute ein nie da gewesenes Angebot der Information und Unterhaltung eröffnen. War beispielsweise das Fernsehangebot früher auf wenige Programme beschränkt, so führte das zwangsläufig auch dazu, dass man in der morgendlichen Kaffeerunde bei der Arbeit mit einem Kommentar zu einer Sendung des vergangenen Abends schnell gemeinsamen Gesprächsstoff gefunden hat. Dies erinnerte mich auch an den Beginn von „Generation Golf“, in dem Florian Illies beschreibt, dass er seit seinen Samstagabenden mit „Wetten, dass ?“ Anfang der 80er „niemals wieder ein solch sicheres Gefühl hatte, zu einem bestimmten Zeitpunkt genau das Richtige zu tun“.

Heute, in Zeiten von über 30 Fernsehkanälen und dem Internet bietet der Long Tail einerseits natürlich mehr Angebot und Freiheiten für jeden Einzelnen, führt allerdings zugleich auch dazu, dass sich Leben und Interessen weiter diversifizieren und Gemeinschaften nicht selten vorwiegend über weite Distanzen gepflegt werden.

Doch derzeit regiert bekanntlich mal wieder „König Fußball“ das Land, was durchaus als ein Paradebeispiel mit „non Long Tail“ Eigenschaft bezeichnet werden kann. Seit mehreren Wochen ist die Euro 2008 das beherrschende Thema in nahezu allen Medien-Kanälen. Die Ereignisse bilden eine gemeinschaftliche Gesprächsausgangsbasis und stiften damit als nettem Nebeneffekt Gemeinschaft und Kommunikation mit den „physisch nächsten“ Menschen wie z.B. Nachbarn, Arbeitskollegen oder eben auch beim spontanen Feiern auf der Straße bzw. in der Kneipe.

Halten wir also fest, hin und wieder ein nettes „non Long Tail“ Event sorgt für Abwechslung mit nicht zu unterschätzenden sozialen Effekten – und hoffen wir mal, dass uns auch aus deutscher Sicht die Freude noch eine Weile erhalten bleibt!


Optimierung und Entpersonalisierung von Verantwortung

Juni 1, 2008

Nachdem sich die Umzugskisten so langsam lichten, finde ich auch mal wieder Zeit mich meinem Blog zu widmen. Berichtenswert scheint vor allem mal wieder meine Erfahrung als DSL-williger Endkunde (siehe auch vorherige Posts) beim Versuch, meinen Anschluss nun endlich zum Laufen zu bringen. Um es kurz zu machen, auch 7 Wochen nach Beantragung hat es mein potentieller Provider nicht geschafft, meinen Anschluss frei zu schalten. Während dieser Zeit habe ich mindestens ein dutzend Mal mit mindestens ebenso vielen Kundenbetreuern telefoniert. Immer wieder musste ich den aktuellen Stand der Dinge aufs Neue berichten und immer wieder erntete ich Verständnis, und immer wieder wurde versucht, lokal zu optimieren. Als krönender Abschluss musste dann eine Kundenbetreuerin zugeben, dass leider (trotz vorheriger Nachfrage) der angesetzte Technikertermin leider doch nicht in die richtige Datenbank übertragen wurde und ich somit leider umsonst von 08:00h bis 14:00h zu Hause gewartet habe….das tut ihr zwar außerordentlich leid, aber dafür kann sie persönlich natürlich nichts…

Tja, so ist das nun mal, der optimierte Kundenservice bringt als Nebeneffekt für die Organisation auch eine Entpersonalisierung der Verantwortung — und verdeutlicht damit auch dem Endkunden die Größenverhältnisse in der 1:1 Kommunikation. Bemerkenswert scheinen mir zudem die Wege der gewählten Kommunikation: Während ich immer anrufen musste, um mich nach dem aktuellen Stand der Dinge zu erkundigen, bekam ich parallel auch noch Briefe per (Snail-)Mail, deren Inhalt mit dem Zeitpunkt des Eintreffens dann meist eh schon überholt war.

Nun denn, immerhin reichte das Verständnis beim vorerst letzten Gespräch für eine umgehende Stornierung meines DSL-Auftrages und so habe ich mich schließlich für den Kabelanbieter entschieden. Mit Handy-Homezone eine wahrhaft empfehlenswerte Option, in wenigen Stunden war ich online und das für knapp 17 Euro im Monat.


Keine Zeit für Web 2.0?

Mai 5, 2008

Wie auf diversen Blogs berichtet, hat Clay Shirky, der Autor von „Here Comes Everybody: The Power of Organizing Without Organizations“ (vgl. Eintrag vom 14. April08), auf der Web2.0Expo einen anschaulichen Vergleich bzgl. Zeit und Web 2.0 angestellt: Als ausgerechnet eine Fernsehreporterin ihm die Frage stellte, woher denn die Leute die Zeit nehmen, Beiträge zu Blogs, Wikis und Social Networks zu leisten, stellte er folgende einfache Rechnung auf:

  • Hinter der gesamten Wikipedia stecken (überschlagen) ca. 100 Mio Arbeitsstunden.
  • Dies entspricht in etwa der gleichen Zeit der TV-Werbespots hochgerechnet auf die US-Fernsehzuschauer an einem Wochenende.
  • Oder, wenn die Zeit, die weltweit alle Internetnutzer jedes Jahr vor dem Fernseher verbringen (ca. 1 Billionen Stunden), nur um 1% reduziert würde, ergäbe sich zeitliches Potential für 100 Wikipedias pro Jahr…

An der (Frei-)Zeit herrscht also kein Mangel, die Herausforderungen liegen wohl eher in der Kultur und der Motivation, als auch darin, die Einstiegshürde zur Partizipation weiter zu senken. Aber vielleicht ist das ja auch nur eine Generationenfrage, denn Shirky berichtet in seinem Vortrag auch von einem Freund, dessen vierjährige Tochter am heimischen Fernseher verzweifelt die Maus gesucht hat…


Kartenansicht in XING

April 27, 2008

Soeben ist mir die Kartenansicht in XING aufgefallen. Ein Mashup mit Google-Maps, so dass ich mir die geographische Verteilung meiner Kontakte (1.Grades) anschauen kann. Ein nette Idee, ob man damit seinen “Kosmopolit-Faktor” bestimmen kann? In jedem Fall eignet es sich bestimmt gut für die nächste Urlaubsplanung, denn in Zeiten billiger Flüge sind weit entfernte Bekannte schließlich auch nicht mehr das, was sie mal waren… ;)

Das ganz ist zwar noch mit BETA gekennzeichnet, witzig finde ich aber, dass mein Standort (siehe Bild) — weil ich als berufliche Adresse “Frankfurt/ München” eingetragen habe — irgendwo nach Nigeria gelegt wird… ob das die Default-Einstellung ist? ;)


Nützliches: 1805 auflösen, Notepad++, Temporary Inbox

April 24, 2008

Gute Erfahrungen und Empfehlungen gibt man bekanntlich gerne weiter und so möchte ich dieses Medium auch dazu nutzen, ein paar nützliche Dinge der jüngsten Vergangenheit zu posten.

Wer hat sich nicht schon über kostenpflichtige 1805-Nummern geärgert, bei denen eine Festnetzflatrate leider rein gar nichts bringt? Eine simple und effektive Lösung bietet die 0180 -Suche, die zu vielen Service-Nummern den dahinterliegenden Festnetzanschluss auflistet.

Auf der Suche nach einem guten Text-Editor, insbesondere für PHP und XML bin ich auf Notepad++ gestoßen: schlank, praktisch, super schnell und Freeware.

Das Double-Opt-In-Verfahren ist heute Standard bei vielen Webseiten, d.h. man muss zur Anmeldung erst (s)eine EMail-Adresse angeben, an die dann der Link zur Freischaltung bzw. das Passwort gesendet wird. Dabei weiss so keiner, was dann alles mit der Mail-Adresse geschieht. Wenn man also weniger an einer langfrisitgen Beziehung zu einer Seite interessiert ist, bietet eine einfache und effektive Lösung die Firefox-Extension Temporary-Inbox:  Auf Knopfdruck wird eine Zufalls-Email-Adresse generiert, die sich dann für einen begrenzten Zeitraum sogar abrufen lässt.