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Flachsinn – Buchzusammenfassung

Nach dem Erfolg von Schwarmdumm habe ich mir auch das neueste Buch von Gunter Dueck zu Gemüte geführt und bin erneut sehr begeistert. In „Flachsinn – Ich habe Hirn, ich will hier raus“ widmet er sich unserer Kommunikationskultur in einer zunehmend vernetzten Welt, in der jeder mitreden, d.h. sich Gehör verschaffen kann, und zugleich in nie dagewesenem Ausmaß Zugang zu Daten über menschliches Verhalten erlangen kann. Im Kern geht es um unsere Aufmerksamkeit, genauer um deren Lenkung bzw. Ablenkung: „Aufmerksamkeit ist die Währung unserer Zeit, und die Daten helfen, mehr Aufmerksamkeit zu ernten.“ Wir leben in einer Welt des (Informations-) überflusses, in der andere um unsere Aufmerksamkeit kämpfen (meist um uns etwas zu verkaufen), und zugleich auch wir selbst mehr denn je Aufmerksamkeit auf uns ziehen müssen, um uns gegen andere durchzusetzen. Insgesamt wird die Aufmerksamkeitsspanne immer kürzer, weil wir uns ständig ablenken lassen, was nicht zuletzt dazu führt, dass das allgemeine Niveau sinkt und der Flachsinn floriert. Für Tiefsinn und gründliche Auseinandersetzung mit einem Thema fehlt meist die Zeit, weil schon wieder die nächste Attraktion wartet. Weiterlesen …

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Kategorien:Bücher, Vernetze Welt

Der Einfluss von Persönlichkeitsmerkmalen und Teameigenschaften auf die Leistungsfähigkeit vernetzter Teams

Vorbemerkung: Den folgenden Aufsatz habe ich zusammen mit meinem damaligen Forschungsteam an der Universität der Bundeswehr erstellt. Er erschien im Jahr 2007 in der Juli Ausgabe der Zeitschrift Europäische Sicherheit und beinhaltet eine gekürzte Fassung des englischen Originals mit dem Titel „Effects of Individual and Team Characteristics on the Performance of Small Networked Teams“, das im Journal The International Command and Control Journal, Vol 1 erschienen ist. Der zugrunde liegende Forschungsbericht wurde Juni 2007 auf dem 12. International Command and Control Research and Technology Symposium in Newport, R.I, als bester wissenschaftlicher Beitrag mit dem G.F. Wheatley Best Paper Award ausgezeichnet.

Im Folgenden wird über Anlage und Ergebnisse eines empirischen Forschungsprojekts berichtet, das in der Zeit von Februar 2006 bis Februar 2007 am Institut für Technik Intelligenter Systeme (ITIS) an der Universität der Bundeswehr München im Rahmen eines Forschungsprogramms des Center of Edge Power an der U.S. Naval Postgraduate School in Monterey durchgeführt wurde. Zielsetzung war die Gewinnung von Erkenntnissen über den Einfluss menschlicher Faktoren bei der Vernetzten Operationsführung (NetOpFü). Konkret wurden die Auswirkungen von Persönlichkeitsmerkmalen und Teameigenschaften auf die Leistungsfähigkeit von kleinen vernetzten Teams untersucht. Dazu wurden im Herbst 2006 die Daten von über 500 jungen Offizieren und Offizieranwärtern der Bundeswehr mit Hilfe psychologischer Tests und eines einfachen vernetzten Computerspiels erhoben und statistisch ausgewertet. Weiterlesen …

Kategorien:10_Jahre, Vernetze Welt

Neun Jahre „Schaeferblick“

1. April 2017 1 Kommentar


Schon wieder steht der 1. April auf dem Kalender und der Blog hat nun bereits sein neuntes Jahr hinter sich. Allzu viele Beiträge gab es in den letzten Monaten aufgrund zahlreicher anderer Verpflichtungen leider nicht und so halte ich es diesmal auch mit dem traditionellen Geburtstagspost eher kurz. Nun denn, immerhin gleichen die Zusammenfassungen der beiden Bücher von Yuval Noah Harari rein textmengenmäßig so einiges aus und haben auch die meisten Zugriffe erfahren – wobei alte Klassiker wie schon in vergangenen Jahren die Statistik anführen, da sie vermutlich über die Zeit ihren Weg in die Indices der Suchmaschinen gefunden haben. Insgesamt blieben die Zugriffszahlen trotz der reduzierten Blogaktivität recht konstant, was mich natürlich freut und meines Erachtens zeigt, dass im Fundus aus mittlerweile über 110 Beiträgen auch heute noch so mancher auf Interesse stößt.

Natürlich werde ich den Blog auch in seinem 10. Jahr weiterführen und es bleibt spannend, welche Ideen sich für neue Beiträge ergeben. Sicherlich git es weitere Zusammenfassungen von (Sach-)Büchern, da ich diese ohnehin für mich erstelle, um mir auch nach einiger Zeit schnell die wesentlichen Inhalte wieder ins Gedächtnis rufen zu können. Der ursprüngliche Blog-Schwerpunkt „Enterprise 2.0“ ist ehrlich gesagt ein wenig aus dem Fokus gerückt, da es (zumindest von mir) gefühlt in den letzten Jahren nichts wesentlich neues gibt, außer vielleicht eine weiter zunehmende Anzahl an Praxisberichten mit ihren daraus abgeleiteten (weitgehend) bekannten Best Practices. Aber mal schauen, vielleicht werde ich mich mal wieder gezielter auf die Suche machen.

Kategorien:Allgemeines

Homo Deus – Buchzusammenfassung

homodeusNach dem Bestseller „Sapiens – eine kurze Geschichte der Menschheit“ (Blogpost) hat Yuval Noah Harari im September 2016 eine Art Fortsetzungsband veröffentlicht. In „Homo Deus – eine kurze Geschichte von morgen“ widmet er sich gezielt der Zukunft der Menschheit, d.h. möglichen Szenarien, wie sich unser Leben in den nächsten Jahrzehnten bzw. Jahrhunderten verändern könnte. Grundlage dafür sind die übergreifenden Entwicklungen, insbesondere der technologische Fortschritt der jüngeren Zeit.

Über Jahrtausende waren es vor allem drei permanente Bedrohungen, die das menschliche Handeln in nahezu allen Teilen der Welt bestimmten: Hunger, Krankheiten und Krieg. Alle Erfindungen, Gebete und soziale Systeme änderten nichts daran, dass immer wieder abertausende Menschen durch Hungersnöte, Seuchen oder Gewalt zu Tode kamen. Es herrschte daher die weitverbreitete Auffassung, dass diese unkontrollierbaren Bedrohungen integraler Bestandteil eines kosmischen Plans oder der allgemeinen Natur sein mussten, woran sich auf absehbare Zeit trotz aller menschlichen Bemühungen auch nichts ändern würde.
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Kategorien:Bücher

REACH BACK – ‚Move information, not people’

Vorbemerkung: Den folgenden Artikel habe ich im Frühjahr 2006 verfasst, zusammen mit Dr. Michael Romba, zu dieser Zeit Oberstleutnant i.G. und Referent im Führungsstab der Luftwaffe im Bundesministerium der Verteidigung. Er erschien in der Augustausgabe 2006 der Europäischen Sicherheit.

Durch die veränderten sicherheitspolitischen Rahmenbedingungen und die damit einhergehende Neugewichtung des Aufgabenspektrums der Bundeswehr sind Einsätze außerhalb Deutschlands zum Normalfall geworden. Diese Einsätze lassen sich weder hinsichtlich Intensität noch Geographie eingrenzen. Daraus resultiert ein breites Einsatzspektrum von Evakuierungsoperationen bis hin zu friedenserzwingenden Einsätzen hoher Intensität. Im Rahmen dieser wahrscheinlicheren Einsätze werden Operationen der EU, NATO oder anderer multinationaler Organisationen (z.B. ad-hoc Koalitionen) jeweils höchst unterschiedlich in den erforderlichen Kräfteansätzen sein und bedingen somit zwangsläufig maßgeschneiderte Führungsstrukturen. Eine wesentliche Forderung an moderne militärische Hauptquartiere und Gefechtsstände ist daher deren Befähigung zur verzugslosen, einsatzorientierten Verlegung, zur Bereitstellung weitgehend frei skalierbarer Führungselemente und zum schnellstmöglichen Herstellen einer aufgabengerechten Einsatzbereitschaft. Dabei muss zunehmend davon ausgegangen werden, dass große Distanzen zu überwinden sind. Darüber hinaus kann im Einsatzland meist nur auf relativ wenig Infrastruktur und Unterstützung zurückgegriffen werden, so dass zur effizienten Auftragserfüllung regelmäßig ein nicht unwesentlicher Aufwand für Transport, Versorgung und Betrieb von Personal und Material vor Ort zu leisten ist. Weiterlesen …

Kategorien:10_Jahre, Vernetze Welt

Effekte und Vernetzung – zwei Seiten einer Medaille

Vorbemerkung: Den folgenden Artikel habe ich im Frühjahr 2006 zusammen mit meinen Mitstreitern Michael Romba und Michael-Günther Lux verfasst und im Juli 2006 in der Europäischen Sicherheit veröffentlicht. Wesentliches Ziel war es, wie so oft, die aktuellen Buzzwords ein wenig mit Leben zu füllen und Berührungspunkte bzw. Unterschiede aufzuzeigen.

Grundzüge Effektbasierter Operationen und Vernetzter Operationsführung

Wesentliches Ziel der Transformation von Streitkräften ist die Erhöhung ihrer Einsatzfähigkeit durch kontinuierliche Weiterentwicklung und Anpassung an neue Herausforderungen bzw. Rahmenbedingungen. Dabei lassen sich zwei zentrale Faktoren ausmachen, die für die Neuausrichtung maßgeblich sind. Zum einen ist das sicherheitspolitische Umfeld nach Jahrzehnten der Stabilität während des Kalten Krieges in den letzten Jahren von umwälzenden Veränderungen geprägt. Es ergeben sich grundlegend neue Rollen und Aufgaben für die Streitkräfte, für deren Lösung das klassische, vornehmlich auf Abnutzung und Zerstörung zielende Kriegsbild und das damit verbundene restriktive Denken in Militärpotentialen in der heutigen Zeit keine ausreichenden Antworten mehr liefert.

Zum anderen bietet der rasante Fortschritt mit seinen vielfältigen, technologischen Innovationen, beispielsweise im Bereich der Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT), der Miniaturisierung/ Robotik oder der Entwicklung von Präzisionsbewaffnung, neue Möglichkeiten der militärischen Operationsführung. Moderne IKT-Systeme sind heute in der Lage, Daten in bisher unbekanntem Ausmaß zu speichern, zu verarbeiten und zu verteilen. Dies ermöglicht es, unterschiedliche Informationen zusammenzufassen, zu verwerten und nahezu ohne Zeitverzug jedem Bedarfsträger situationsgerecht und rollenorientiert zur Verfügung zu stellen.

Diesen beiden Faktoren lassen sich zwei wesentliche Ansätze zuordnen, die insbesondere in der US-amerikanischen Literatur als Kernelemente der Transformation genannt werden: Effektbasierte Operationen (‚Effects-Based Operations, EBO’) und Vernetzte Operationsführung, NetOpFü (‚Network Centric Operations, NCO’). Zielsetzung dieses Beitrages ist es, die grundlegenden Gedanken der beiden Ansätze zu erläutern und dabei insbesondere auf deren Zusammenhänge und Synergien einzugehen. Weiterlesen …

Kategorien:10_Jahre, Vernetze Welt

Sapiens – Eine kurze Geschichte der Menschheit (Buchzusammenfassung)

sapiens
Das Buch wurde im Rahmen eines Vortrages in einer Randbemerkung wärmstens empfohlen, ohne jedoch, dass der Vortragende näher auf den Inhalt einging. Da ich zu dieser Zeit gerade auf der Suche nach einem neuen eBook war, war meine Neugier sofort geweckt und der Download gestartet, ohne dass ich große Ahnung hatte, um was es darin eigentlich geht. Eigentlich war ich sogar eher skeptisch, ob ich überhaupt ein Geschichtsbuch lesen sollte. Heute kann ich mich dieser Empfehlung nur anschließen und habe irgendwann angefangen, einige Inhalte zusammenzufassen – ohne zu ahnen, dass daraus der bisher längste Beitrag dieses Blogs entsteht. Nun denn, so kurz ist „unsere Geschichte“ dann eben doch nicht.

Drei wesentliche Revolutionen bestimmen die Geschichte der Menschheit: Die kognitive Revolution vor ca. 70.000 Jahren, die landwirtschaftliche Revolution vor ca. 12.000 Jahren und die wissenschaftliche Revolution vor ca. 500 Jahren. Verglichen mit der Entstehung der Erde vor ca. 4,5 Milliarden Jahren sind das sehr kleine Zeiträume, aber reichten sie doch aus, dass sich unsere Spezies auf allen Kontinenten ausbreitete und alle anderen Lebewesen entweder Untertan machte oder komplett ausrottete – wobei insbesondere letzteres eher die Regel als die Ausnahme darstellte. Vor mehr als zwei Millionen Jahren lebten auf der Erde zur gleichen Zeit verschiedene Spezies der Gattung homo (z.B. Neandertaler, homo erectus etc.), die sich trotz ihres gemeinsamen afrikanischen Ursprungs über die Jahrtausende an die jeweiligen örtlichen Gegebenheiten angepasst haben. Die verschiedenen menschlichen Spezies nahmen zunächst keine Sonderstellung gegenüber den anderen Lebewesen ein und standen eher in der Mitte der Nahrungskette, trotz der Verwendung von Werkzeugen und Feuer, wobei letzteres vor allem durch die Möglichkeit, Nahrung zu kochen, einen gewissen Vorteil bzw. Zeitgewinn in der Verdauung gegenüber anderen Lebewesen brachte. Weiterlesen …

Kategorien:Bücher