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Factfulness – eine Buchzusammenfassung


Das Buch Factfulness von Hans Rosling erschien vor ca. einem Jahr und stand schon lange auf meiner Leseliste, nicht zuletzt wegen der zahlreichen Empfehlungen einiger prominenter Persönlichkeiten, u.a. Bill Gates, Barack Obama etc. Zudem gibt es, zumindest laut Amazon, eine gewisse Ähnlichkeit zu den Büchern von Yuval Noah Harari.

Der Autor war als Arzt, Professor und Beraten von WHO und UNICEF viele Jahrzehnte auf der ganzen Welt unterwegs, vorwiegend in Gegenden abseits guter medizinischer Versorgung. Seine Erfahrungen und Erkenntnisse hat er nicht nur in zahlreichen Vorträgen, sondern zuletzt vor allem in diesem Buch zusammengefasst. Leider ist er kurz vor der Veröffentlichung im Alter von 68 Jahren verstorben. Fertiggestellt wurde das Buch von den beiden Co-Autoren, seinem Sohn und dessen Frau.

In Factfulness geht es vor allem um zwei Dinge: (1) Den tatsächlichen Zustand und Fortschritt der Welt hinsichtlich der menschlichen Lebensumstände an Hand von Zahlen, Daten und Fakten aufzuzeigen sowie (2) Erklärungen zu finden, warum insbesondere in den weiterentwickelten, d.h. vermögenden Gesellschaften die weltweite Lage häufig schlechter eingeschätzt wird, als sie in Wirklichkeit ist. Aus diesen beiden Gründen hatte Hans Rosling bereits 2005 die Gapminder Stiftung gegründet, die auf ihrer Webseite nicht nur zahlreiche anschauliche Grafiken und Lernmaterialien bereitstellt, sondern auch einen Fragebogen, mit dem auch das Buch beginnt. Ich kann jedem nur empfehlen, sich selbst den 13 zunächst scheinbar einfachen Fragen über weltweite Bevölkerungsentwicklung, Lebenserwartung und Bildung (u.a.) zu stellen. Der Test wurde unter dem bezeichnenden Titel „Ignorance Project“ mit mehr als 12.000 Menschen in 14 Ländern durchgeführt. Alle Fragen bieten drei Antwortmöglichkeiten und bei fast allen Fragen lag der Anteil richtiger Antworten in den meisten Ländern unter 33%, d.h. unter der Wahrscheinlichkeit für eine zufällig richtige Antwort.

Zehn menschliche Instinkte

Es gibt also eine weit verbreitete, offensichtliche Fehleinschätzung der tatsächlichen Lage. Als Erklärung werden im Buch ausführlich zehn menschliche Instinkte beschrieben, denen sich ein „factful“ denkender Mensch bewusst sein sollte, um seine eigenen Ansichten und Handlungen kritisch zu hinterfragen – und die Welt letztendlich so zu sehen, wie sie wirklich ist.
Die Welt ist nicht nur schwarz oder weiß, das mag allgemeine Weisheit sein. Trotzdem neigen wir oft dazu, die westliche (entwickelte) Welt pauschal von „den anderen“ (Ländern) abzugrenzen und diese damit in einen Topf, nicht selten „großer Armut“, zu werfen. Dieser Instinkt der Kluft zeichnet eine Welt in unserem Kopf, wie es sie vor 50 Jahren sicherlich gegeben hat. Heute aber, im Jahr 2017 oder später, sprechen die Daten eine andere Sprache. Weder in der Geburtenrate, der Kindersterblichkeit, der Lebenserwartung, der Impfquote, dem Zugang zu Elektrizität oder der Bildung von Frauen lässt sich die vermutete Zweiteilung belegen. Über 75% der Weltbevölkerung, und damit die große Mehrheit, leben in Ländern mit mittlerem Einkommen, nur 16% mit hohem Einkommen und lediglich 9% in Armut (wobei auch hier die mittlere Lebenserwartung bei 62 Jahren liegt und die meisten ausreichend zum Essen haben). Eine wirkliche Kluft gibt es also nicht, realistischer ist eine Einteilung in die folgenden 4 Level:

  1. Weniger als $2 pro Tag => ca. 1 Mrd. Menschen
  2. weniger als $8 pro Tag => ca. 3 Mrd. Menschen
  3. weniger als $32 pro Tag => ca. 2 Mrd. Menschen
  4. mehr als $32 pro Tag => ca. 1 Mrd. Menschen

Natürlich ist es das natürliche Bestreben, sich ein weiteres Level hochzuarbeiten, und viele haben das in den letzten Jahrzehnten auch geschafft. Um nicht dem Instinkt der Kluft zu verfallen, hilft es, hinter die Durchschnittswerte zu schauen (z.B. die Streuung/ genaue Verteilung) und sich auch nicht von Extremwerten blenden zu lassen. Auch gilt es zu erkennen, dass die meisten eigenen Erfahrungen aus Level 4 Sicht entstehen und weitere Eindrücke primär über gefilterte Massenmedien hinzukommen, d.h. von weit oben betrachtet, sie vieles ähnlich klein aus.

Im zweiten Instinkt der Negativität geht es um die Neigung schlechte Nachrichten eher wahrzunehmen als gute. Auf die einfache Frage, ob die Welt ihrer Meinung nach besser oder schlechter wird, haben in allen befragten Ländern über 50% sich für die negative Antwort entschieden. Natürlich lässt sich diese Frage so pauschal eher schwer beantworten. Aber es gibt doch einige objektive Fakten, die in eine positive Richtung deuten. Während vor 20 Jahren noch 29% der Weltbevölkerung in extremer Armut lebten, sind es heute unter 10%; während die globale mittlere Lebenserwartung noch bei 60 Jahren lag, liegt sie heute bei über 70 Jahren. Ähnliche Trends gibt es für die Kindersterblichkeit, Kinderarbeit, Hunger, tödliche Fremdeinwirkung, Analphabeten Rat, Ungleichheit der Bildung zwischen den Geschlechtern usw. Auch wenn die Daten hierzu öffentlich (z.B. bei der UNO) verfügbar sind, schaffen sie es doch kaum in die Top-Schlagzeilen der Medien. Eher wird über einzelne Krisen und Katastrophen berichtet, die natürlich immer mal wieder irgendwo in der Welt stattfinden. Schreckliche Ereignisse gab es schon immer, früher sogar mehr als heute, allerdings wird heute dank weltweiter Überwachung und Übertragung sofort überall darüber berichtet, was entsprechend negative Gefühle auslöst. Wichtig ist es, hier nicht nur die schlechten Dinge zu sehen (was sie zweifelsohne sind), sondern auch die Richtung der Veränderung, d.h. ein Vergleich mit der Geschichte. Keine Frage, vieles ist immer noch schlecht, aber vieles wird besser. Diese Nachrichten muss man allerdings meist selber aktiv suchen.

Aktuell leben auf unserer Erde ca. 7,6 Milliarden Menschen, davon ca. 2 Milliarden Kinder zwischen 0 und 15 Jahren. Die meisten Leute wissen, dass die Weltbevölkerung in den letzten Jahrzehnten stark zugenommen hat und dieser Trend immer noch anhält. Doch wird das, nach aktueller Faktenlage, ewig so weitergehen und damit auch die Zahl der Kinder weiter ansteigen? Hier schlägt der Instinkt der graden Linie zu, und viele unterstellen mit einem Blick auf die Vergangenheit einen gleichbleibenden geraden Trend. Fakt ist jedoch, dass die Geburtenrate weltweit von 5 im Jahr 1965 auf heute ca. 2,5 Kinder pro Frau abgenommen hat. Wesentlicher Grund dafür ist der deutliche Rückgang extremer Armut und damit verbunden der Kindersterblichkeit. Folglich ist auch im Jahr 2100 mit einer nahezu unveränderten Kinderzahl zu rechnen. Wir befinden uns aktuell in einer weltweiten Transitionsphase von hoher Geburtenrate und hoher Kindersterblichkeit zu niedriger Geburtenrate und deutlich reduzierter Kindersterblichkeit. Nach offizieller UN Prognose wird die Weltbevölkerung ca. im Jahr 2100 bei ca. 11 Milliarden Menschen ein neues Gleichgewicht erreichen, wobei, wie oben dargelegt, nicht die Zahl der Kinder, sondern die der Erwachsenen deutlich zunehmen wird. Wichtig ist es daher zu erkennen, dass die wenigsten Kurven einfach einer geraden Linie folgen.

Keiner kann alle Informationen verarbeiten, die täglich auf uns einströmen. Jeder entwickelt hier seine eigenen Filter, doch generell folgen wir dem Instinkt der Angst, d.h. am leichtesten erwecken dramatische Geschichten unsere Aufmerksamkeit. Zweifelsohne sichert uns dieser Instinkt unser Überleben, allerdings eher unseren Vorfahren, vor allem auf Level 3 und 4. Heute sorgt die Angst eher für Ablenkung sowie eine verstellte Sicht auf die Welt. Paradoxerweise war die Welt niemals friedlicher und sicherer als heute, zugleich wurde noch niemals so effektiv ein gefährliches Bild verbreitet. Fakt ist, dass sich die Anzahl der Toten einer Naturkatastrophe in den letzten 100 Jahren mehr als halbiert hat, pro Kopf sind es heute sogar nur noch 6% der damaligen Werte. Hauptursachen sind auch hier die besseren Lebensbedingungen und die damit verbundenen Möglichkeiten, entsprechende Vorkehrungen zu treffen. Ähnliche Trends gibt es bei den Toten im Flugverkehr sowie allgemein bei kriegerischen Auseinandersetzungen. Gleichzeitig jedoch bekommen die Opfer heute ungleich mehr mediale Aufmerksamkeit. Dies wissen auch die Terroristen, die entgegen dem Trend für bis zu drei Mal mehr Opfer verantwortlich sind, als noch vor 15 Jahren – allerdings ausschließlich auf den Leveln 1 bis 3.

Wer die Welt verstehen will, muss neben Einzelschicksalen auf die Zahlen und Fakten dahinter schauen. Ebenso wichtig ist die Fähigkeit, diese in Beziehung miteinander zu setzen. Der Instinkt der Größe verführt uns dazu, einzelnen Zahlen, insbesondere wenn sie groß (oder sehr klein) sind, fälschlicherweise eine große Bedeutung zu geben. Beispielsweise klingt es viel, wenn in einem Krankenhaus in einem Entwicklungsland 5% aller behandelten Kinder sterben, d.h. bei 1000 pro Jahr im Schnitt ca. 1 pro Woche und nicht selten weil es an einfachsten Medikamenten und Ausstattung fehlt. Setzt man dies jedoch in Relation zur Kindersterblichkeit von über 25% in der umliegenden Region, wird schnell klar, dass Verbesserungen vor allem auf dem Land und damit außerhalb des Krankenhauses ansetzen müssen. Oft reicht es auch schon, eine einfach 80/20 Regel anzuwenden, d.h. sich auf die, meist wenigen, Faktoren zu konzentrieren, die 80% des Ganzen beeinflussen. Beispielsweise leben heute jeweils (ungefähr) eine Milliarde Menschen in Amerika, Europa und Afrika und vier Milliarden in Asien, in Kurzform 1-1-1-4. Im Jahr 2100 wird sich dieser „PIN-Code“ in Richtung 1-1-4-5 verschieben. Damit leben nicht nur 80% der Menschen in Afrika und Asien, sondern mit zunehmendem weltweiten Wohlstand leben bereits im Jahr 2040 über 60% von Level 4 außerhalb des Westens. Während es im Allgemeinen ratsam ist, Zahlen immer in Relation zu sehen, bietet es sich besonders an, Dinge pro Person zu betrachten, wie z.B. CO2 Ausstoß in Indien/ China vs. Europa/ USA.

Die Menschen nutzen Kategorien und Verallgemeinerung, um ihren Gedanken zu strukturieren. Allerdings kann dieser, oftmals durchaus nützliche, Instinkt der Generalisierung auch zu einer verzerrten Weltsicht führen, besonders dann wenn wir uns Stereotypen bedienen und keine andere Sicht zulassen. Ähnlich dem oben genannten Instinkt der Kluft neigen wir dazu „alle anderen“ als gleich (schlecht, arm etc.) zu betrachten. Beispielsweise passt es nicht in das generalisierte Weltbild, dass heute über 80% aller einjährigen Kinder gegen zumindest eine Krankheit geimpft sind. Um dem entgegenzuwirken, empfiehlt es sich nach Unterschieden in und Gemeinsamkeiten zwischen den Gruppen zu suchen. Beispielsweise zeigen sich viele ähnliche Lebensgewohnheiten (Kochen, Waschen, Schlafen) über alle Länder hinweg, die nicht von der Herkunft (Land, Kultur etc.), sondern primär von den Einkommensverhältnissen abhängen. Weitere Techniken, die eigenen Kategorien in Frage zu stellen, sind: Die „Mehrheit“ genau zu prüfen (kann alles sein von 51% -99%), außergewöhnliche Beispiele erkennen sowie die eigene „Normalität“ zu hinterfragen.

In ähnlicher Weise verleitet uns der Instinkt des Schicksals dazu, über Menschen, Länder oder Kulturen einzig aufgrund ihrer Herkunft bzw. ihrer Geschichte zu urteilen und zu glauben, ihren unausweichlichen Lebensweg zu kennen. Was schon immer so war, wird auch immer so bleiben. Doch die Welt ändert sich. Dies gilt besonders für (Teile von) Afrika, einem Kontinent, dem viele eine Schicksal ewiger Armut zuschreiben. Natürlich gibt es dort auch heute noch viele (sehr) arme Menschen, die unter Konflikten und unfruchtbaren Böden leiden. Allerdings haben es auch Länder in anderen Teilen der Welt unter diesen Umständen zu echtem Fortschritt gebracht – warum also nicht auch Afrika? Die Kindersterblichkeit in Afrika ist in den letzten Jahrzehnten bereits dramatisch gesunken. Im gleichen Zug sank beispielsweise im Iran die Geburtenrate innerhalb von 20 Jahren von 6 auf 1,6 und damit unter die der USA. Allgemein ist der Unterschied zwischen den Weltreligionen hinsichtlich der Kinderzahl marginal. Vielmehr ist bei allen Menschen das Einkommensniveau der wesentliche Einflussfaktor. Fortschritt gibt es auch in der Gleichberechtigung, mangelnde Bildung ist kein Frauenschicksal: Bereits heute haben 30-jährige Frauen im weltweiten Schnitt 9 Jahre eine Schule besucht, und damit nur ein Jahr weniger als die gleichaltrigen Männer. Keine Frage, Veränderungen brauchen Zeit und oft realisieren wir sie erst, wenn wir zurückblicken und „damals“ mit „heute“ vergleichen.

Das Leben und damit die Realität sind vielfältig und komplex. Trotzdem verleitet uns der Instinkt der einzigen Perspektive dazu, nach singulären Erklärungsmustern zu suchen. Sie sind attraktiv und machen die Welt einfacher. Sie geben uns das Gefühl, etwas verstanden zu haben, wobei sie in Wahrheit eher unsere Vorstellungskraft einschränken und Alternativen ausblenden. Es gibt aber nicht den einen Indikator, um den Fortschritt eines Landes zu messen, genauso wenig, wie es universell passende Werkzeuge und Lösungskonzepte gibt. Zahlen und Statistiken sind wichtig, aber genauso wichtig ist auch ein Blick hinter die reine Quantität. Zufriedenheit, individuelle Freiheit und Kultur lassen sich schwer nur allein über Zahlen ausdrücken. Um nicht dem Instinkt der einzigen Perspektive zu verfallen, ist es daher wichtig, Probleme von unterschiedlichen Blickwinkeln heraus zu betrachten, fortwährend eigene Ideen zu testen und die Grenzen des eigenen Wissens anzuerkennen.

Einem vergleichbaren vereinfachenden, und damit attraktiven „Problemlösungsmuster“ folgt der Instinkt der Schuldzuweisung. Wenn die Dinge um uns herum nicht so laufen wie gewünscht, muss es einen Schuldigen geben. Sobald wir einen Sündenbock ausgemacht haben, hören wir auf, alternative Erklärungen zu suchen bzw. anzunehmen. Eher suchen wir nach weiteren Übeltätern, um unsere Überzeugung zu bestätigen. Typische Vertreter sind böse Geschäftsleute, lügende Journalisten oder allgemein Fremde/ Migranten. Doch damit sprechen wir Individuen (oder auch einer Gruppe) nicht nur übertriebene Bedeutung zu, sondern verstellen uns auch einer objektiven, faktenbasierten Weltsicht sowie einer tauglichen Lösung, um ähnliche Problem zukünftig zu vermeiden. Schlechte Dinge passieren nun mal, auch wenn alle es gerne anders hätten, und selten ist jemand unmittelbar verantwortlich dafür ist. Vielmehr liegen oft die Ursachen in komplexen Systemen, deren Abhängigkeiten und Zusammenhänge es lohnt, näher untersucht zu werden. Ähnliches gilt auch im positiven Fall. Vermutlich liegt die Ursache eher im System, als in einer einzigen Heldentat.

Der letzte im Buch betrachtete Instinkt der Dringlichkeit war vermutlich für unsere frühen Vorfahren im täglichen Überlebenskampf in der Natur mit ihren unmittelbaren Gefahren essentiell. Heute sind wir jedoch eher mit komplexen und abstrakten Problemen konfrontiert, die eine ruhige, bedachte Analyse erfordern. Die Risiken aktueller Herausforderungen sind nicht immer unmittelbar präsent, sondern liegen eher in der Zukunft. Hektik oder gar Panik sind dabei kontraproduktiv. Sie erzeugen unnötigen Stress, verhindern das klare Denken und führen meist zu schlechten Entscheidungen. Gleiches gilt für ausschließliche Darstellung von „worst-case“ Szenarien, um dadurch die Dringlichkeit zu verdeutlichen und Handlungsbereitschaft zu erzeugen. Sobald dies jedoch offensichtlich wird, nimmt die Glaubwürdigkeit erheblichen Schaden. Zukunftsprognosen sind immer unsicher und nicht selten ist die Faktenlage dürftig, so dass zunächst eine Verbesserung der Daten angestrebt werden sollte, bevor konkrete Maßnahmen getroffen werden. Einfach nur den Instinkten zu folgen, führt meist zu Fehlentscheidungen.
Keine Frage, die Welt steht vor globalen und drängenden Herausforderungen bzw. Risiken, die extremes Leid hervorrufen können bzw. bereits tun. Die fünf größten sind: eine globale Pandemie, finanzieller Kollaps, Weltkrieg, Klimawandel und extreme Armut. Darauf sollten wir unsere Aufmerksamkeit bzw. unsere Anstrengungen richten, allerdings ohne panische Maßnahmen, sondern mit kleinen bedachten Schritten, basierend auf einer fundierten Datengrundlagen und fortwährender Evaluierung.

Factfulness in der Praxis

Wie lässt sich faktenbasiertes Denken und Handeln im täglichen Leben umsetzen? Zahlreiche Ansatzpunkte gibt es in der Ausbildung, im Geschäftsleben, im Journalismus, in der Politik und in der eigenen Organisation bzw. Gemeinschaft. Beispielsweise sollten in der Schule nicht nur die kulturellen und gesellschaftlichen Unterschiede auf der Welt, sondern auch die zahlreichen Gemeinsamkeiten des täglichen Lebens aufgezeigt werden. Das Gapminder Projekt Dollar Street zeigt an Hand tausender Fotos aus 50 Ländern, wie die Menschen abhängig von ihrem Einkommen leben. Wer in der Welt Geschäfte machen will, sollte die heutzutage verfügbare Vielzahl an Daten richtig nutzen bzw. einordnen und erkennen, dass die Wachstumsmärkte der Zukunft eher in Asien und Afrika liegen werden. Andererseits verschiebt sich mit steigenden Lebensbedingungen auch das Lohngefälle. Bei Aussagen von Journalisten oder Politikern spielt natürlich immer auch der Verkauf bzw. eine Wiederwahl eine Rolle. Hier liegt es am Konsumenten, dies zu erkennen und auch nach „langweiligen“ Statistiken zu recherchieren. Dies betrifft nicht nur die weltweiten Fakten, sondern auch lokale Daten, um Debatten in der eigenen Region richtig zu deuten. Es ist immer wieder erstaunlich, wie viele Menschen selbst die grundlegenden Fakten ihrer eigenen Organisation bzw. ihrer unmittelbaren Umgebung nicht kennen. Oft helfen schon einfache Fragen, um die Neugier zu wecken und das Wissen zu vergrößern.

Fazit: Grundsätzlich ist eine faktenbasierte Weltsicht sehr nützlich für den eigenen Weg durchs Leben und zugleich ist sie deutlich angenehmer, da sie weniger Stress und Hoffnungslosigkeit hervorruft. Credo des Buches: Natürlich ist auch heute noch vieles schlecht in Welt, aber verglichen mit den letzten Jahrzehnten geht es vielen heute deutlich besser und vieles wird ständig besser. Die Fakten sprechen dazu eine eindeutige Sprache, die von vielen gehört werden sollte.

Kategorien:Bücher
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