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Netzwerkzentriertes Denken in der Vernetzten Operationsführung

Vorbemerkung: Den folgenden Artikel habe ich Ende 2005 zur Veröffentlichung in der Europäischen Sicherheit erstellt. Er erschien in der Februarausgabe 2006. Ziel war es, die Ideen und Konzepte aus dem Grundlagenartikel vom Dezember 2004 zu konkretisieren und mit den aktuellen Entwicklungen im Internet zu verküpfen (Web 2.0 etc.).

NetOp_Pic3 „Vernetzte Operationsführung (NetOpFü) bedeutet Führung und Einsatz von Streitkräften auf der Grundlage eines streitkräftegemeinsamen, führungsebenenübergreifenden und interoperablen Informations- und Kommunikationsverbundes, der alle relevanten Personen, Stellen, Truppenteile und Einrichtungen sowie Sensoren und Effektoren miteinander verbindet.“ So beschreibt es die Konzeption der Bundeswehr (KdB) und setzt damit die maßgebliche Definition für die deutschen Streitkräfte. Häufig wird in diesem Zusammenhang das beliebte Bild des „NetOpFü-Schichtenmodells“ (vgl. Abbildung) präsentiert und daran das Ziel der umfassenden Vernetzung von Sensoren, Führung und Effektoren erklärt. Ebenso finden sich in der KdB die Begriffe aus der „NetOpFü-Wertschöpfungskette“ (abgeleitet aus den grundlegenden „Tenets of Network Centric Warfare“ des US Office of Force Transformation), bei der wesentliche Elemente von NetOpFü miteinander in Beziehung gesetzt werden und damit der Effizienz- und Effektivitätsgewinn von NetOpFü anschaulich dargestellt werden kann. Wesentliche Grundaussage ist es, ausgehend von Informations- und Wissensüberlegenheit eine Entscheidungsüberlegenheit zu erlangen, um damit letztendlich eine Wirkungsüberlegenheit zu erzielen.

In diesem Artikel werden die allgemeinen Beschreibungen vertieft und dabei einige inhärente Aspekte Vernetzter Operationsführung aufgezeigt, die nach Meinung des Autors insbesondere in den deutschen Publikationen noch unzureichend dargestellt sind. Über Beispiele aus der zivilen Welt werden Prinzipien aufgezeigt, in denen aus Sicht des Autors wesentliche Potenziale und damit auch das wirklich „Neue“ der Vernetzten Operationsführung zu finden ist.

NetOpFü ist ein neues Führungs- und Organisationsprinzip der Streitkräfte. Dies resultiert aus den neuen Möglichkeiten der Informationsverteilung, die sich aus dem technischen Fortschritt in der Datenkommunikation (Vernetzung), der Datenverarbeitung und der Datenspeicherung eröffnen. Daraus lassen sich alle im Kontext von NetOpFü angeführten Herausforderungen, Chancen und Risiken ableiten. Nicht umsonst sprechen die Amerikaner von ”[Network Centric Warfare]…is also a concept that, at the highest level, constitutes the military’s response to the Information Age.“ Auch wenn immer gerne wiederholt wird “NetOpFü ist weit mehr als Technik!”, so sind es zunächst einmal doch die neuen technischen Möglichkeiten, die ein Umdenken in der Nutzung des operativen Faktors “Information” ermöglichen und auch erfordern. Erst durch ein breites und ausreichendes Verständnis dafür, werden sich die Potentiale für neue Formen effizienter und effektiver Operationsführung nutzen lassen. Genau hierzu soll dieser Artikel einen Beitrag leisten.

Foren, Wikis und Weblogs

Betrachtet man die Entwicklung des Internet, so brachte die weltweite Vernetzung nicht nur die Übertragbarkeit jedweder digitalisierbarer Daten und die Möglichkeit der schnellen und unkomplizierten Kommunikation über E-Mail und Chat. Neben neuen Anwendungen im kommerziellen Bereich (E-Commerce für jedermann (Ebay, Amazon), Online-Banking) haben sich in den letzten Jahren auch völlig neue Formen der Informationsverteilung, der Zusammenarbeit und damit der Wissensgenerierung aus der Vernetzung entwickelt. Die Rede ist hier insbesondere von (Web-)Foren, Wikis und Weblogs.

Webforen oder auch Newsgroups basieren im wesentlichen auf der Idee der Schwarzen Bretter. Jeder kann einen Beitrag zu einem bestimmten Thema verfassen bzw. die Beiträge anderer lesen und sofort darauf antworten. Gegenüber ihren zettelgebundenen Vorfahren an der Uni-Mensa oder im Supermarkt bieten ihre elektronischen Nachfolger nicht nur einen ortsunabhängigen, zeitverzugslosen Zugriff, sondern auch eine nahezu unermessliche Informationsvielfalt und -dichte. Um bei der Vielzahl zumindest halbwegs den Überblick zu behalten, gibt es thematische Bereiche (Channels) und die Anordnung in Diskussionsfäden (Threads). Darüber hinaus stehen umfangreiche Suchwerkzeuge und Alarmfunktionen zur Verfügung. Letztere senden automatisch eine Benachrichtigung, sobald ein neuer Beitrag zu einem interessierenden Thema geschrieben wurde.

Der Begriff Wiki oder auch WikiWeb entstammt dem hawaiianischen Wort „wikiwiki“ für „schnell“ und bezeichnet eine im World Wide Web verfügbare, themengebundene (nichtkommerzielle) Datensammlung in Form von Webseiten. Als entscheidendes Merkmal können diese von den Benutzern nicht nur gelesen, sondern auch sofort online geändert werden. Über eine Versionssteuerung wird dabei sichergestellt, dass kein Beitrag gelöscht wird und immer die ganze Historie inklusive Autor nachvollziehbar bleibt. Damit sind Wikis zugleich selbstkorrigierend, da fehlerhafte oder falsche Darstellungen (oder auch Vandalismus) von anderen richtig gestellt werden können. Dies geschieht meist bereits nach wenigen Minuten. Darüber hinaus, und das ist die zweite entscheidende Eigenschaft, sind sämtliche Seiten und Artikel eines Wikis durch Querverweise (Links) miteinander verbunden. Im Gegensatz zu normalen Webseiten ermöglichen automatisierte Werkzeuge zudem eine Rückwärtsverlinkung, d.h. es lassen sich auch die Seiten anzeigen, die einen Link auf die aktuelle Seite enthalten (Trackback-Funktion). Damit ist grundsätzlich jeder Artikel über Querverweise bzw. Trackback mit anderen vernetzt und erreichbar. Den Erfolg und das Potenzial der Wiki-Technologie verdeutlicht auf anschauliche Weise die Online-Enzyklopädie Wikipedia (www.wikipedia.org). Gemäß dem Motto „Viele wissen immer mehr als wenige“ erschufen tausende Gehirne aus der Allgemeinheit für die Allgemeinheit in wenigen Jahren ein Nachschlagewerk mit ca. 2 Mio. Seiten in über 100 Sprachen. Wikis gehören damit zu den wenigen Phänomenen, die in der Praxis besser funktionieren als in der Theorie.

Ein Weblog, üblicherweise einfach nur Blog genannt, ist eine Webseite, die periodisch neue Einträge enthält, ähnlich wie ein Tagebuch. Neue Einträge stehen stets an oberster Stelle, ältere folgen in umgekehrt chronologischer Reihenfolge. Entscheidend sind auch hier wieder zwei Dinge: Einfachheit und Vernetzung. Die Einfachheit des Führens eines Blogs sichert eine breite Beteiligung und die Konzentration auf Inhalte. Mit den heutigen Werkzeugen ist das Betreiben eines Weblogs so einfach wie das Verfassen einer E-Mail. Die Vernetzung der Beiträge über Suchmaschinen, unterstützende Tools im Hintergrund (u.a. Trackback) sowie die explizite Verlinkung setzt jeden einzelnen Artikel in einen größeren Kontext und generiert damit umfassende Information zu einem Thema und darüber hinaus. Zudem gibt es meist die Möglichkeit, über eine Kommentarfunktion unmittelbar ein Feedback zu geben, so dass zugleich das Prinzip der Autokorrektur greift. Über die Vernetzung entsteht ein dynamisch wachsendes, dezentrales Informations- und Kommunikationsgeflecht, in dem jeder PC mit Internetzugang zum Publikationswerkzeug wird. Manche Autoren sprechen hier von der „heimlichen Medienrevolution“ mit einem nicht zu unterschätzenden Einfluss auf die öffentliche Meinungsbildung. Die sogenannte „Blogosphäre“, das Universum aller Blogs, wird mittlerweile auf 60 Millionen Weblogs mit Milliarden von Links geschätzt. Beiträge gibt es zu allen nur erdenklichen Themen.

Foren, Wikis und Weblogs basieren alle auf einem entscheidenden Prinzip, das erst durch die Entwicklung moderner IT-Systeme in dieser Form möglich wurde: Informationen können ohne konkreten Empfänger nahezu verzugslos und weitgehend automatisiert in einen Informationspool eingestellt werden. Anschließend sind sie für denjenigen verfügbar, der sie aktuell benötigt. Der Zugriff kann unabhängig von Ort und Zeit erfolgen und wird durch eine Vielzahl von Werkzeugen (Suchmaschinen, Agenten etc.) unterstützt. In dem wegweisenden Buch Power to the Edge: Command and Control in the Information Age (Download unter http://www.dodccrp.org) wird dieses Prinzip als „Post & (smart) Pull“ bezeichnet. Anstatt Informationen wie bisher üblich an bestimmte Empfänger zu schicken („Push“-Prinzip), wird hierbei die Verantwortung umgedreht. Jeder zieht („pullt“) sich gezielt die Informationen aus dem globalen Informationsraum, die er aktuell benötigt. Wiederkehrende Abfragen lassen sich über Abonnements (Stichwort „Publish & Subscribe“) von News-Channeln oder den Einsatz von Softwareagenten automatisieren. In gewisser Weise ergibt sich damit eine neue Form der Informationsverteilung, die zwischen (anonymer) Publikation und (direkter) Kommunikation anzusiedeln ist.

Kommentar- bzw. Diskussionsfunktionalität und die Vernetzung der Beiträge untereinander (z.B. Hypertext und Trackback) ermöglichen darüber hinaus ein direktes Feedback durch Kooperation, Autokorrektur und Kontextbezug. Informationen lassen sich damit nicht nur über ihren Inhalt, sondern auch über ihre Beziehungen zu anderen Informationsobjekten auffinden und bewerten. Dies trägt der assoziativen Informationsverarbeitung des menschlichen Gehirns Rechnung und entspricht der Idee des „Semantic Web“ nach dem Erfinder des World Wide Web Tom Barners Lee. Zudem lassen sich anschaulich die Potentiale wirkungsvoller Gruppenarbeit nutzen, indem neben der Unhabhängigkeit, Vielfalt und Dezentralisierung der Beitragenden gleichzeitig durch die Vernetzung eine geeignete Zusammenführung (Aggregation) der Beiträge gewährleistet wird. Dadurch wird individuelles Wissen global und kollektiv nutzbar, während es gleichzeitig absolut spezifisch und lokal bleibt.

Das wirklich „Neue“ an NetOpFü

Wie in der KdB beschrieben, strebt NetOpFü nach einer umfassenden Vernetzung aller Beteiligten. Damit werden die klassischen Meldewege, wie sie durch die Hierarchie vorgegeben werden, verändert. Der Trend geht von der „vertikalen“ zur „horizontalen“ Vernetzung und damit wandert die „Macht zum Rand des Systems“ (Power to the Edge). Wie sich dadurch die Führungsverfahren ändern, ist eine der großen Zukunftsfragen von NetOpFü. Sicher ist jedoch schon heute, dass das damit einhergehende Dilemma zwischen dem Risiko der Informationsüberflutung einerseits und dem Informationsdefizit, das dem militärischen Auftrag inhärenten zugrunde liegt, andererseits nur über einen Wandel in der Informationsverteilung zu lösen sein wird. Die grundlegende Forderung lautet: Die richtigen Informationen zur richtigen Zeit am richtigen Ort – und auch nicht mehr! Klassische Verfahren wie Sprechfunk, Telefon und auch E-Mail, bei denen der Sender die Empfänger auswählt bzw. auswählen muss, bieten hierfür nur begrenzte Lösungen.

Notwendig ist vielmehr, wann immer möglich, eine Umkehrung der Verantwortung, wie sie erst durch moderne vernetze Informations- und Kommunikationssysteme ermöglicht wird. Die dargestellten Beispiele aus der Welt des Internet verdeutlichen das Potenzial (auch hinsichtlich neuer Organisationsformen und Führungsverfahren), welches es auch in den Streitkräften bei der Vernetzten Operationsführung zu nutzen gilt. Nur über die Bereitstellung von Daten aus einer breiten militärischen und zivilen Expertise (Information Sharing) einschließlich durch Experten bewerteter Informationen und durch deren umfassende Vernetzung/ Verlinkung untereinander ergibt sich ein gemeinsames Lagebild mit dem zugehörigen gemeinsamen Lageverständnis (Shared Situational Awareness, SSA) im notwendigen Kontext. Dies ist eine essentielle Voraussetzung für die Erringung von Informations- und Wissensüberlegenheit und die Umsetzung in Entscheidungsüberlegenheit im Sinne der NetOpFü-Wertschöpfungskette.

NetOp_Pic4Das Schlagwort hierzu lautet „netzwerkzentriert zu denken“, d.h. das Netz als neue und entscheidende Quelle der Wertschöpfung zu verstehen und zu nutzen. Zu Recht sprechen die Amerikaner aus ihrem konzeptionellen, operationell geprägten Verständnis von „Network Centric Warfare/Operations (NCW/O)“ und die Engländer bzw. die NATO aufgrund ihrer fähigkeitsbasierten Ansätze von „(NATO) Network Enabled Capability ((N)NEC)“ und unterstreichen damit jeweils den aus ihrer Sicht möglichen Gewinn aus der Vernetzung. Gleiches gilt auch für das in den USA hoch priorisierte Ziel der Schaffung eines Global Information Grid (GIG). Dabei geht es nicht nur um die Herstellung einer vollständigen (technischen) Vernetzung, sondern auch um die Umsetzung der oben genannten Prinzipien. Angestrebt wird ein globaler, überall verfügbarer Informationsraum, zu dem jeder beiträgt („Post“, „Publish“, Information Sharing) und aus dem sich jeder entsprechend seiner Rechte bedient („Pull“, „Subscribe“). Dieser Ansatz, verdeutlicht durch die folgende Abbildung, entspricht der aus der Informatik bekannten service-orientierten Architektur (SOA), bei der lose gekoppelte Dienste nach Bedarf miteinander kombiniert werden können. Eine der wesentlichen Herausforderungen für die effektive und effiziente Nutzung stellt neben Fragen der Interoperabilität die Festlegung und Zuteilung von Lese- und Schreibrechte dar, um einerseits Missbrauch zu verhindern und anderseits unnötige Einschränkungen zu vermeiden. Dies ist zudem wesentlicher Bestandteil der IT-Sicherheit, maßgeblich für das Vertrauen der Nutzer in die angebotenen Daten und nicht allein durch technische Mittel zu lösen.

Zugleich wird durch den weitgehenden Übergang zum „Pull“-Prinzip auch eine der vielzitierten Gefahren der Informationsüberflutung (Information Overload) handhabbar, da jeder zu wesentlichen Teilen selbst für seine Informationsgewinnung verantwortlich ist und selbst sein Informationsangebot zusammenstellt. Dabei lautet der Grundsatz: Pull-Prinzip wann immer möglich, Push-Prinzip wann immer nötig, d.h. beide Prinzipien müssen sich wechselseitig ergänzen und vom Informationsbesitzer situationsabhängig gewählt werden.

Erste konzeptionelle Ansätze zur Umsetzung auf deutscher Seite finden sich beispielsweise in der Schaffung eines Gemeinsamen Rollenorientierten Einsatzlagebildes (GREL), welches wesentlich auf Post- und Pull-Prinzipien basiert. Dem jeweiligen Rolleninhaber sollen so viele Informationen zur Verfügung gestellt werden, wie er für den Aufbau seines notwendigen Lageverständnisses und somit für bessere, rollenabhängige Entscheidungen benötigt, ohne ihn hierbei mit überflüssigen Informationen zu überfordern. Eine der großen Fragen in diesem Zusammenhang bleibt, wer diese Rollen definieren soll und wie eine Rollenspezifikation genau aussieht bzw. in welchem Umfang sie überhaupt im Vorfeld für jeden einzelnen möglich ist. Dies betrifft zum einen die Leserechte, aber vor allem die Schreibrechte, um ein konsistentes Informationsangebot zu gewährleisten. Diese komplexe Problemstellung betrifft neben technischen Fragen auch Bereiche der Organisation sowie der menschlichen Kognition und Interaktion, so dass sich praxistaugliche Konzepte nur auf dem Wege der Konzeptentwicklung mit kontinuierlicher experimenteller Überprüfung mit den Anwendern (Methode CD&E) entwickeln lassen werden.

Ein weiterer interessanter Ansatz, der konsequent auf dem Potential und der Einfachheit des Wiki-Prinzips aufbaut, wurde auf dem 10th International Command and Control Research and Technology Symposium (ICCRTS, USA, Juni 2005) unter dem Titel “SmartCOP – the fusion of collaborative workspaces and Common Operational Picture” (PDF) vorgestellt. Eine wesentliche Idee dabei ist es, den netzwerkzentrierten Ansatz auch auf die klassische (Land-)Karte zu übertragen. Die einzelnen Objekte/ Plattformen (Fahrzeuge, Lageinformationen etc.) sind mit einem Wiki unterlegt und können von einem breiten Nutzerkreis direkt editiert werden. Über Hyperlinks bzw. Suchfunktionen werden sie weitgehend automatisiert in ein dynamisches Informationsnetz und damit in einen größeren Kontext eingebunden. Für den Nutzer sind damit zu jedem Objekt unmittelbar umfangreiche Hintergrund- und verwandte Informationen abrufbar. Die breite Beteiligung und die damit erzielten Effekte der Autokorrektur bietet zudem ein Beispiel funktionierender Selbstsynchronisation wie sie im Kontext von NetOpFü immer wieder angeführt wird.

Doch auch bei der täglichen Stabsarbeit lassen sich netzwerkzentrierte Effekte am eigenen Schreibtisch erfahren. Gemäß dem Motto „Es ist nie Zeit etwas aufzuräumen, aber immer um danach zu suchen.“, bieten sich in der Organisation im wesentlichen drei Wege zum Auffinden von Dokumenten:

  1. Navigation durch eine eindimensionale, starre Ordnerstruktur;
  2. Nachfragen bei jemandem, der es “haben” könnte bzw. weiß wo, es sich befinden könnte;
  3. Verwendung einer Suchmaske, in der Kriterien wie Stichwörter, Erstellungsdatum oder Autor angegeben werden können und anschließend eine Auswahl erscheint.

Letzteres trägt dem netzwerkzentrierten Ansatz Rechnung. Es erspart das Wissen um die konkrete Ablage einerseits und befreit andererseits von dem Zwang, das Dokument nach genau einem Kriterium in eine starre Ordnerstruktur mit einem möglichst kompakten, aber gleichzeitig vielsagenden Namen ablegen zu müssen. Mit der entsprechenden Softwareunterstützung ist Möglichkeit (3) damit genauso effizient und bequem wie Möglichkeit (2) und gibt zudem allen Beteiligten mehr Zeit für die Konzentration auf das Wesentliche.

Abschließend sei bemerkt, dass Netzwerkzentriertes Denken in keiner Weise der ebenfalls in der KdB verankerten Forderung des „Menschen im Mittelpunkt“ entgegensteht, sondern vielmehr die Bedeutung der „Human Factors“ in NetOpFü unterstreicht. Wie eingangs bemerkt, bedeutet NetOpFü mehr als die Beschaffung der dafür notwendigen Technik und der physikalischen Vernetzung. Die erläuterten Prinzipien funktionieren nur, wenn eine „kritische Masse“ an Menschen dazu beiträgt. Netzwerkzentriertes Denken und netzwerkzentrierte Organisationsformen sind damit eine Frage der Einstellung, der Gewohnheiten und der Verfahren. Gemäß dem Motto: „I will use Google, before asking dumb questions.”, liegt die Antwort auf viele Fragen im Netz. Dies gilt es als neue Quelle der militärischen bzw. auftragsbezogenen Wertschöpfung zu erkennen und aktiv zu nutzen. Netzwerkzentriertes Denken sowie die Entwicklung und Nutzung adäquater Tools sind somit integraler Bestandteil und zwingende Voraussetzung für die Befähigung zur Vernetzten Operationsführung.

Kategorien:10_Jahre, Vernetze Welt
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