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Novell Vibe und Bitrix auf dem Enterprise 2.0 Meetup in München

e20mucManchmal passen Termin ja auch gut zueinander und so konnte ich es vergangenen Donnerstag einrichten, mal wieder ein „Enterprise 2.0 Meetup“ in München zu besuchen. Früher, d.h. so von 2010 bis 2011, gehörte ich hier von Beginn an zu den regelmäßigen Teilnehmern und hatte auch selbst in diesem Rahmen über meine Yammer Erfahrungen bei Capgemini berichtet. Im Jahr 2012 ist die Gruppe dann leider etwas eingeschlafen, wurde aber erfreulicherweise vor einigen Wochen wieder zum Leben erweckt und neue Meetups angesetzt.

So fanden sich vergangenen Donnerstag ein gutes Dutzend Enterprise 2.0 Experten und Interessierte in den Räumen von Beck et al. Services ein, um einerseits die geplanten Vorträge zu hören, aber natürlich vor allem auch, um sich untereinander auszutauschen. Das Treffen reihte sich damit zugleich in die Reihe der Veranstaltungen der Münchner Webwoche ein, in deren Rahmen unter anderem am Folgetag zum zweiten Mal das Isarcamp mit dem prägnanten Titel „Wege zur Social City“ stattfand.

Der erste Vortrag war eigentlich eine Art Revival. Bereits vor einigen Jahren hatten die Protagonisten von Code & Concept ihre Projekte und Erfahrungen mit der Enterprise 2.0 Plattform Novell Vibe im Rahmen eines Meetups vorgestellt. Schön zu hören, dass sie damit bis heute sehr erfolgreich unterwegs sind. Zu den Vorzeigkunden gehört nach wie vor die LMU München (Video), und auch Unternehmen aus der Industrie setzen die Plattform mittlerweile sehr erfolgreich ein. Nun gehört Vibe ja eigentlich eher weniger zu den bekannten Enterprise 2.0 Top-Produkten (wie z.B. Jive, MS Sharepoint oder IBM Connection). Dies mag zum einen an den eher zurüchhaltenden Marketingaktivitäten liegen, aber zum anderen auch an der Vielfältigkeit und Komplexität der Plattform an sich. Vibe kommt als großer Werkzeugkoffer daher, für dessen erfolgreiche Nutzung es einerseits ausreichender technischer Expertise und andererseits vor allem konkreter Vorstellungen über die Anwendungsfälle bedarf – beides in der Regel ein Fall für erfahrene Beratung. Novell Vibe hat seinen Ursprung in der CMS/DMS bzw. Groupware Ecke mit klaren Stärken in der zusammenarbeitsorientierten Dokumentenablage, der Schaffung webbasierter Informationsangebote (z.B. Intranet) sowie der Umsetzung von klar definierten von Workflows (O-Ton: „Wenn die Sekretärin in der Lage ist, einen Workflow auf Papier zu skizzieren, dann kann sie das auch nach kurzer Einarbeitungszeit in Vibe realisieren.“) Aber auch weitere typische Business-Anforderungen wie z.B. ein umfangreiches wie granulares Rechtemanagement, eine flexible wie performante Suche, volle MS Office Integration inkl. offline Bearbeitung bis hin zu mobilen Apps werden standardmäßig abgedeckt. Hinzu kommen die klassischen Werkzeuge aus der Social Networking Ecke.

Interessant war dann allerdings von einem der Anwender zu erfahren, dass die größten Akzeptanzgewinne nach wie vor in der spürbaren Verbesserung klassischer Prozesse der täglichen Arbeit zu erzielen sind. Genannt wurden z.B. die „digitale Umlaufmappe“ oder die automatisierte (statt manuelle) Zusammenstellung und Verteilung von Dokumenten. Erst wenn hier ein handfester spürbarer Mehrwert erreicht wurde, seien so manche Anwender überhaupt bereit, weitere Funktionalitäten und Möglichkeiten der Plattform zu erkunden. Dies erinnert mich ein wenig an die Enterprise 2.0 Mini Fallstudie von Dion Hinchcliffe, zeigt aber auch dass zum eigentlichen Enterprise 2.0 im Sinne von „Open Communication, Emergence and Serendipity“ oftmals noch einiges an Weg zurückzulegen ist.

Im zweiten Vortrag ging es dann um ein mir bis dato eher unbekanntes Werkzeug Bitrix24: Eine social Intranet Plattform made in Moskau, die aber auch in Deutschland schon einige tausend Anwender zählt. Im Gegensatz zu Novell Vibe kommt Bitrix mit einer überschaubaren Anzahl an fertigen Templates daher, die einen direkt loslegen lassen. Insgesamt erinnert mich die Plattform stark an Yammer, mit dem entscheidenden Unterschied, dass hier auch eine Inhouse-Installation sowie eine „German“-Cloud Variante möglich ist. Darüber hinaus gibt es volle Integration in das hauseigene CRM-System sowie Funktionen zum (transparenten) Projektmanagement. Bitrix kündigt zudem an, in Kürze einen Ansatz vorzustellen „…wie in naher Zukunft die internen Social Networks auch miteinander kommunizieren und Mitarbeiter so auf geschäftlichen E-Mails ganz verzichten können.“ Darauf darf man sicherlich gespannt sein. Bitrix24 wird aktuell u.a. sehr erfolgreich zum internen Austausch und zur Koordination der Initiatoren und Mitwirkenden des Isarcamps eingesetzt und wurde daher auch gleich von einem der begeisterten Nutzer live vorgestellt.

Fazit: Insgesamt war auch dieses Enterprise 2.0 Meetup wieder eine sehr lohnende Veranstaltung mit alten und neuen Bekannten aus der (Münchner) Enterprise 2.0 Szene. Leider ebenfalls unverändert sind allerdings auch der eher überschaubare Zuspruch (v.a. im Vergleich z.B. zum SMCMUC) und die (für E2.0-Events leider typische…) vorwiegend männliche und IT-lastige Prägung des Publikums. So hoffe ich sehr, dass die kritische Masse erhalten bleibt bzw. weiter an Vielfalt wächst. Sofern es sich einrichten lässt, bin ich gerne wieder mit dabei.

  1. 25. Mai 2014 um 20:08

    Mit Franz Haslbeck habe ich mich auf dem #Isarcamp darüber abgestimmt, dass ich das nächste Mal eine Diskussion anregen könnte mit der Auswertung von Erfolgsfaktoren einer Newsgator-Einführung. Da hat sich ein interessantes Szenario abgezeichnet. Das Thema wäre dann nicht IT-lastig. Eigentlich sogar gar nicht, sondern der Schwerpunkt läge dann auf Organisation und Kultur – da kann jeder mitreden, jedenfalls aus Anwenderperspektive.

    Hier ist Blogartikel Nr. 1, der zweite Teil mit den Visualisierungen folgt morgen: http://mlhoefer.wordpress.com/2014/05/05/fallstudie-erfolgsfaktoren-bei-der-einfuhrung-eines-enterprise-social-networks-esn/

    Viele Grüße
    Ludwig

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