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Umzugserlebnisse

Bedingt durch berufliche Veränderungen meiner Frau haben wir im September unseren Wohnsitz von München ca. 170km gen Norden nach Fürth verlegt. Mittlerweile sind glücklicherweise alle Kisten ausgepackt und so langsam stellt sich wieder so etwas wie Alltag ein. Das eigentliche Umzugsprojekt begann natürlich schon im Juni, als die Entscheidung für die neue Stelle gefallen war. Seitdem haben wir so einige Lebenserfahrungen machen dürfen, die ich an dieser Stelle gerne dokumentieren bzw. teilen möchte.

Am Anfang standen die Wohnungssuche bzw. überhaupt einen Überblick über geeignete Wohnlagen zu gewinnen. Dabei fiel die Entscheidung schnell auf Fürth aufgrund der Nähe zu Nürnberg (Arbeitsstelle) sowie des familienfreundlichen und des leicht (aber nicht zu…) ländlichen Charakters — das Berühmte „(Fast) im Grünen und in nur 15min in der Stadt“ eben. Natürlich liegen die Mietpreise deutlich unter Münchner Niveau, doch bedeutet dies keinesfalls eine reichhaltige Auswahl ohne größere Suchanstrengungen. In mehreren Wochenendaktionen haben wir uns insgesamt ca. 10 Wohnungen angesehen, wobei davon genau eine (zumindest in dieser Phase) unser Gefallen gefunden hat. Entsprechend groß war hier die Anzahl der Mit-Interessenten, doch hat sich schließlich mal wieder der aus Münchener Zeiten nahezu unverzichtbare Trick bewährt, die Selbstauskunft gleich ausgedruckt und in ansprechender Form mitzubringen.

Nachdem also die wesentlichen Eckpunkte gesetzt waren, ging es an die Operationalisierung des eigentlichen Umzuges. Von Arbeitgeberseite war eine Kostenübernahme zugesichert, wobei hierfür einige Vertragspartner vorgegeben waren. Mit dem ersten Umzugsunternehmen sind wir bereits zwei Monate vor dem gewünschten Termin in Kontakt getreten. In den ersten Telefongesprächen, in denen wir unsere Vorstellungen mitgeteilt haben, war grundsätzlich „alles kein Problem“. Besonders wichtig war uns dabei der Termin, um die Sache möglichst reibungsfrei und urlaubsarm über die Bühne zu bekommen. Als es dann jedoch zum schriftlichen Vertrag kam, konnte uns plötzlich die Durchführung nur „irgendwann“ zwischen Anfang September und Oktober verbindlich zugesagt werden. Die Sache zog sich noch ein paar Tage, man versprach zu prüfen, aber irgendwann verloren wir die Geduld und fragten bei einem weiteren Unternehmen an. Auch hier das gleiche Spiel. War zu Beginn des Kontaktes eine Durchführung an einem Freitag bzw. ggf. Freitag / Samstag kein Problem, entwickelte sich dies bei zunehmender Fixierung als grundsätzliche Unmöglichkeit. Schließlich wurde uns angeboten, die Sachen am Freitag einzuladen, den LKW in ein Depot zu fahren und dann am Montag wieder auszuladen. Damit hätten wir nicht nur das Wochenende ohne Möbel verbringen müssen, sondern vor allem die Zeit zum Aufbau und Einräumen verloren. Irgendwie wurde ich den Verdacht nicht los, dass hier bewusst auf Zeit gespielt wurde, um mit zunehmendem Druck entsprechende Zugeständnisse auf Seite des Kunden zu erwirken.

Leicht entnervt zogen wir schließlich ca. 2,5 Wochen vor dem gewünschten Termin die Reißleine. Natürlich war mir der alte Umzugsspruch wohl bewusst: „Es ist immer mehr als man denkt!“, doch angesichts der zahlreichen verkauften Möbel fühlten wir uns der „Do-it-yourself Variante“ nach wie vor gewachsen, d.h. wir mieteten selbst einen Sprinter und heuerten ein paar Helfer an. Hierfür hat sich das Portal einer Studentenvermittlung bewährt, über das pünktlich sowohl am Start- als auch am Zielort ausreichend engagierte Hände parat standen. So war am geplanten Tag der Transporter in unter drei Stunden gepackt und weniger als zwei Stunden wieder ausgeladen. Letztendlich sind wir mit dieser Variante nicht nur über 2/3 günstiger gefahren, sondern konnten die Sache wie gewünscht an einem Tag durchziehen und hatten alles jederzeit komplett in der Hand.

So ein Umzug bietet ja auch immer Anlass für so manchen Neuanfang und so machten wir uns daran, endlich unseren uralten und eigentlich nur noch aus Gründen der „Homezone“ gehaltenen Mobilfunkvertrag zu wechseln. Nach kurzer Internetrecherche fiel die Wahl auf 1&1, die neben DSL und Telefon auch Mobilfunk (2 Karten) zu einem deutlich günstigeren Paketpreis anbieten. Der Spaß begann dann wieder, diesen Wechsel wie geplant und termingerecht über die Bühne zu bringen, wofür es leider wie befürchtet so manchen Anruf bei der Hotline bedurfte. Zwar war es rückblickend bei weitem nicht so schlimm wie beim letzten Mal, doch finde ich es nach wie vor verwunderlich, mit welcher unerschütterlichen Selbstsicherheit auf Seiten der „Kundenberater“ falsche Tatsachen behauptet werden, selbst wenn der Kunde Zweifel an der Richtigkeit der Aussage anmerkt. So wurde mir felsenfest versichert, dass bei einem Neuvertrag grundsätzlich immer ein Techniker den DSL Anschluss vor Ort freischalten muss und ich mir dazu schon mal vorsorglich einen Tag zu Hause einplanen sollte… zwei Wochen vor dem anvisierten Schaltungstermin wurde mir dann freudig mitgeteilt, dass ich einfach nur ab Zeitpunkt X den Router einstecken und lossurfen kann.

Deutlich erschreckender fand ich die (evtl. sogar absichtliche) Unkenntnis bzgl. der gültigen Regelung für die Rufnummernmitnahme. So wurde steif und fest behauptet, dass ich erst das jeweilige Vertragsende abwarten muss, bis ich meine Nummer zu einem anderen Anbieter portieren kann. Erst ein Anruf bei der designierten Kündigungshotline brachte geschulteres Personal und dann ging alles recht problemlos. Hier wurde mir erfreulicherweise sogar eine Optimierung der monatlichen Kosten für die Restlaufzeit vorgeschlagen.

Bei einem Umzug geht es ja leider nicht nur darum sein Hab und Gut von A nach B zu bekommen und B schön einzurichten, sondern auch um eine möglichst reibungsfreie Übergabe von A an den Nachmieter. Nach mehr als 5 Jahren war definitiv ein neuer Anstrich fällig und da ich eher weniger Muße hatte, mich in einen möglichen Rechtsstreit bzgl. der Gültigkeit der Klauseln im Mietvertrag zu begeben, hatten wir beschlossen, damit einen professionellen Maler zu beauftragen. Von Bekannten wurde mir dazu MyHammer empfohlen und in wenigen Stunden lagen mir ca. 10 Angebote vor. Eines der günstigsten davon konnte zudem mit zahlreichen positiven Bewertungen aufwarten und so haben wir telefonisch schnell einen Termin vereinbart. Doch leider kam dann alles etwas anders. Am vereinbarten Tag erreichte mich bereits am Morgen eine SMS, dass es heute aufgrund einer Autopanne wohl leider nichts mehr wird. Auch der zweite Termin platzte, da hier (anscheinend) das Fieber zugeschlagen hatte. Alles sehr ärgerlich, zumal ich jedes Mal mit unseren ehemaligen Nachbarn die Schlüsselübergabe koordinieren musste und bald ein neuer Mieter einziehen wollte. Zahlreiche Telefonate später war es mir dann glücklicherweise gelungen, kurzfristig einen alternativen Maler zu gewinnen, der dann schließlich alles bestens durchgeführt hat. Ironischer weise wusste er auch gleich, als ich ihm die Situation schilderte, um wen es sich bei meinem 1. Versuch handelte…

Immerhin hatte mir der erkrankte Maler großzügig angeboten, die Mehrkosten zu tragen. Fast 14 Tage passierte außer dieser Ankündigung allerdings erstmal nichts, so dass ich schließlich bei MyHammer eine entsprechende Bewertung verfasst habe. Es dauerte ca. 1 Stunde, bis er mich bat, diese wieder zu neutralisieren, verbunden mit dem Versprechen das Geld zu überweisen. Im gutmütigen Vertrauen tat ich wie geheißen, doch leider war von der versprochenen Entschädigung auch zwei weitere Wochen später nichts zu sehen. Also habe ich bei myhammer eine Rücksetzung der Bewertung beantragt, worauf sich der freundliche und hilfsbereite Kundenberater direkt mit dem Maler in Verbindung gesetzt hatte und ihm versichert wurde „noch heute“ zu überweisen. Leider ein weiteres leeres Versprechen und auf erneute Nachfrage war angeblich die Kontonummer falsch eingegeben worden, was natürlich umgehend korrigiert wurde. Erst als ich eine weitere Woche später wieder androhte, mich bei MyHammer zu beschweren, kam am nächsten Tag, man glaubt es kaum, die Überweisungsbestätigung per E-Mail, natürlich mit aktuellem Datum. Am Ende hatte ich also „nur“ zwei Monate nach der großzügigen Ankündigung das Geld auf meinem Konto — und damit vor allem die Prinzipien gewahrt, um die es ja eigentlich nur noch ging. Den Weg dorthin nehme ich mal als Lebenserfahrung.

Kategorien:Lebenserfahrung
  1. Es gibt noch keine Kommentare.
  1. 10. Februar 2014 um 18:19

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