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Die Verknüpfung der Kräfte: Cloud, Mobile, Big Data und Social

Vier Trends bzw. Buzzwords prägen aktuell den Wandel in der Unternehmens IT und bereiten deren Verantwortlichen so einiges an Kopfzerbrechen: Cloud, Mobile, Big Data und Social. Gartner spricht hier von einer „Verknüpfung der Kräfte“ (Nexus of Forces), die weitgehend unabhängig voneinander entstanden bzw. begründet sind und sich nun gegenseitig verstärken. Im privaten Umfeld bzw. im Internet ist uns dazu schon vieles seit längerem sehr vertraut, doch nun ziehen – mehr oder weniger getrieben von den Innovationen aus der Konsumentenwelt – auch die Unternehmen verstärkt nach und sorgen damit für steigende IT Investitionen.

Mit diesem Blogpost möchte ich einige Kernpunkte bzw. die Herausforderungen der einzelnen Trends aus eigener Sicht beleuchten und auf einige entscheidende Unterschiede hinweisen, welche so manche Unternehmen bei ihrer Priorisierung leiten (könnten).

Cloud: Anstatt Rechenleistung, Software sowie entsprechende Experten lokal vorhalten zu müssen, ermöglichen heute steigende Vernetzung und leistungsstarke Rechner eine Zentralisierung und damit steigende Effizienz. So können ganze Infrastrukturen, Plattformen oder Softwarepakete als Service (IaaS, PaaS, SaaS) angeboten werden. Als weitere wesentliche Neuerung ermöglicht dieses Modell eine Abrechnung nach dem tatsächlichen Gebrauch und überträgt die Verantwortung für eine Skalierung auf den Serviceanbieter. Der US Bestseller Autor Nicolas Carr vergleicht diese Entwicklung in seinem Buch „The Big Switch“ mit der Geschichte der Elektrizität im 19. Jahrhundert. Wie Strom aus der Steckdose können so auch kleine Firmen ganz einfach in den Genuss modernster und professioneller IT Unterstützung kommen und so manches unternehmenseigene Rechenzentrum steht auf dem betriebswirtschaftlichen Prüfstand. Im privaten Umfeld sind Cloud Anwendungen heute gang und gäbe, wie z.B. DropBox, Facebook, Google Docs etc. Im geschäftlichen Umfeld zeigt der Erfolg von Salesforce oder Yammer eindrucksvoll die Wirtschaftlichkeit des Ansatzes und auch etablierte Anbieter wie z.B. SAP oder Microsoft unternehmen mittlerweile große Anstrengungen, um ihre Produkte auch als Cloud-Lösung anzubieten. Das in diesem Kontext vieldiskutierte Thema Datensicherheit kann einerseits mit entsprechenden Verschlüsselungstechniken angegangen werden, andererseits muss man sich auch ehrlich die Frage stellen, ob die Daten im unternehmenseigenen, aber hunderte Kilometer entfernten Rechenzentrum so viel sicherer sind, als bei einem vertraglich gebundenen und um seinen Ruf bemühten externen Serviceanbieter.

Mobile: Spätestens seit dem Erfolg der Tablets und Smartphones im privaten Umfeld steht der mobile Datenzugriff bzw. die mobile Interaktion mit der Unternehmens IT ganz weit oben auf der Wunschliste vieler Mitarbeiter und Manager. Zahlreiche Hersteller bieten mittlerweile entsprechende Lösungen bzw. Apps zur Komplementierung ihrer Desktopprodukte an. Eine wesentliche Herausforderung liegt dabei in der Entwicklung entsprechender touchscreenorientierter und displaygrößenoptimierter Bedienkonzepte. Natürlich spielt auch hier wieder die Sicherheit eine große Rolle, wobei die Problematik durch den Trend zur Nutzung eigener Geräte verstärkt wird (Stichword BYOD). Darüber hinaus dient das Konzept bzw. der Erfolg der Apps auch als Vorbild für den „Unternehmens-Appstore“ im Sinne einer flexiblen und nutzerfreundlichen Self-Service IT.

Big Data und Analytics: Während viele Unternehmen immer noch damit beschäftigt sind, eine einheitliche Sicht auf die (weitgehend) strukturierten Daten ihrer organisch gewachsenen Systemlandschaft zu gewinnen oder die Datenqualität ihrer Stammdaten in den Griff zu bekommen, rollt hier schon die nächste Welle heran. Zahlreiche neue Sensoren und Messpunkte (RFID, mobile Geräte, Warenkorbanalysen, Klickverhalten etc.) sowie nutzergenerierte Inhalte im Internet oder auch Intranet (Social Media) sorgen für eine nie da gewesene Datenflut, aus denen sich mit geeigneten Technologien geschäftsförderliche Erkenntnisse gewinnen lassen. Zunehmend an Bedeutung gewinnt dabei auch die Auswertung unstrukturierter Daten (Texte, Bilder, Audio, Video), z.B. zur automatisierten Erkennung von Stimmungen (Sentiment) oder Zusammenhängen. Im Gegensatz zum klassischen Business Intelligence ermöglichen Verfahren aus dem Bereich des Data Mining hier nicht nur einen Blick in die Vergangenheit, sondern auch einen faktenbasierten und mit gewissen Wahrscheinlichkeiten behafteten Blick in die Zukunft. Diese Verfahren gibt es zwar schon eine ganze Weile, doch erfahren sie aktuell unter dem Label „Business Analytics“ im Kontext von Big Data und einfach zu bedienender Nutzerschnittstellen einen großen Aufwind. In diesem Zuge werden wir uns auch daran gewöhnen bzw. kritisch damit auseinandersetzen müssen, dass zunehmend Algorithmen über die Relevanz von Dingen bzw. Fakten in unserem täglichen Leben entscheiden (vgl. z.B. Beitrag in der FAZ).

Social: Soziale Medien wie Facebook, Twitter & Co haben das Internet zu einer Plattform für Kommunikation und Interaktion gewandelt. Die Nutzerzahlen gehen in die Millionen und die damit offenbarten Veränderungen hinsichtlich Interaktion, Informationsaustausch, Zusammenarbeit und Gruppenbildung (Stichwort: Millennials) haben auch das Interesse von Unternehmen für die interne wie externe Anwendung geweckt. Doch trotz zunehmender empirischer Belege für den geschäftlichen Mehrwert (z.B. McKinsey Studie Juni 2012) herrschen vielerorts noch Zweifel und Unsicherheit, insbesondere hinsichtlich geschäftsförderlicher Anwendungsfälle und natürlich belastbarer ROIs. Zahlreiche gescheiterte Versuche, die Potentiale von „sozialen Werkzeugen“ zu heben, drücken zudem auf die Stimmung. Immer mehr setzt sich nämlich auch die Erkenntnis durch, dass die erfolgreiche Implementierung und Nutzung von Social Software in einem Unternehmen (extern wie intern) nicht nur eine Frage der Technologie darstellt, sondern vor allem (je nach status quo) auch einen tiefgehenden Wandel in der Kultur und den Prozessen erfordert. Insbesondere zu Beginn ist hier ein begleitendes Change Management sowie Führung gefordert, die diese Veränderungen aktiv vorleben bzw. vorantreiben. Die großen Herausforderungen liegen darin, Technologie + Prozesse + Organisation + Menschen + Führung zusammenzubringen und Akzeptanz auf breiter Ebene zu schaffen.

Fazit: Allen vier Trends bzw. Kräften ist gemein, dass sie Bestehendes nicht nur schneller, einfacher und bunter machen, sondern für eine effektive Nutzung neben der reinen Technologie vor allem fachliche bzw. unternehmensstrategische Fragen gestellt und beantwortet werden müssen. Die IT Abteilung ist daher umso mehr als aktiver Partner der Fachabteilungen gefragt.

Beim Stichwort „Social“ kommt neben den fachlichen Anforderungen noch die Unternehmenskultur ins Spiel, die nahezu jeden Mitarbeiter betrifft, und damit wie oben dargelegt sehr umfassende Anstrengungen erfordert. Es ist daher meines Erachtens nicht verwunderlich, wenn sich so manches Unternehmen zunächst einmal den niedriger hängenden Früchten zuwendet und beim Thema „Social“ eher zögerlich agieren — insbesondere wenn der „soziale Druck“ von außen nicht zu groß ist.

  1. 29. November 2012 um 13:49

    Reblogged this on cloudprise!.

  1. 7. April 2014 um 08:13

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