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Ist Enterprise 2.0 nun ganz oben angekommen?

Wer in letzter Zeit die Artikel zum Themenkomplex Enterprise 2.0 / Social Business verfolgt hat, wird festgestellt haben, dass mehr und mehr das Topmanagement der Unternehmen in den Fokus rückt. Eine große Resonanz auf Twitter erfuhr beispielsweise “Social Media For The Enterprise: A CEO’s Best Friend“ auf Forbes. Ganz im Sinne eines CEO schafft Social Software das aus kleinen Firmen bekannte Gefühl, dass alle Mitarbeiter in einem Raum zusammenarbeiten und sich die Mitarbeiter gut vernetzen, was sich letztendlich auch auf die Innovationsfähigkeit des Unternehmens auswirkt. Hierdurch wird es auch möglich, verborgene Talente zu nutzen, insbesondere jenseits der eigentlichen Position im Unternehmen. Ferner kann sich der CEO durch Social Media aktueller und direkter über seine Mitarbeiter informieren und so z.B. den Besuch einer entfernten Niederlassung viel persönlicher gestalten.

In eine ähnliche Richtung geht der Beitrag “Should the CEO also be Chief Social Media Officer?”, oder kurz “CEO = CSMO?” und stellt heraus, dass Social Media den CEO genau in den Fähigkeiten unterstützt, die auch schon im vordigitalen Zeitalter erfolgreiche Führungskräfte ausgezeichnet haben: gute Kommunikation, Wertschätzung der Mitarbeiter, Fördern von Engagement und Zusammenarbeit etc. Zur Untermauerung finden sich auch einige Videointerviews von CEOs, die den Einsatz von Social Software und die dadurch bewirkten Veränderungen in Ihrem Unternehmen beschreiben.

Nun ist die grundsätzliche Forderung nach einer aktiven Rolle der Führungskräfte für den dauerhaften Erfolg von Enterprise 2.0 nicht neu. Im Frühjahr 2009 notierte McKinsey als einer der wesentlichen Erfolgsfaktoren für Web 2.0 im Unternehmen: “Die Transformation von der Graswurzel braucht Hilfe von oben.” Dabei geht es nicht nur um Budget, sondern vielmehr um die Erkenntnis, dass für die notwendige breite Beteiligung die Vorbildfunktion der Führung unerlässlich ist. Sehr gut auf den Punkt bringt das meines Erachtens der Ausspruch: “Es ist Ihre Party!”. Zudem kann das Wissen um die Wahrnehmung der eigenen Beiträge durch den CEO als wichtiger Motivationsfaktor wirken.

Die oben angeführten Artikel gehen jedoch noch weit darüber hinaus und bringen eine neue Facette in den Fokus: Mit der Einführung von Social Media im Unternehmen tut der CEO nicht nur seinen Mitarbeitern etwas Gutes, sondern profitiert vor allem selbst in seiner täglichen Arbeit davon! Natürlich ist dies auch ganz im Interesse der Hersteller, die solche Aussagen (z.B. in Form von Interviews) gerne einfordern und verbreiten. Denn letztendlich werden dort die Entscheidungen getroffen und die Ressourcen bereitgestellt. Und eine Überzeugung „auf Augenhöhe“ wirkt vermutlich nach wie vor am besten.

Daneben gibt es natürlich auch CEOs, die in sozialen Plattformen primär eine Alternative der zum Zeitfresser verkommenen internen E-Mailkommunikation sehen. So kündigte beispielsweise der Chef von ATOS im November 2011 an, binnen 18 Monate interne E-Mails komplett zu verbieten und die digitale Kommunikation u.a. auf eine “facebook-ähnliche” Plattform zu verlagern. Die Ankündigung löste eine breite Diskussion über die Sinnhaftigkeit und Durchführbarkeit des Verbotes aus. Doch auch wenn die Reaktionen bisher eher kritisch bis skeptisch ausfallen, ist es dem CEO in jedem Fall gelungen, ATOS mit diesem Thema als innovatives Unternehmen bekannter zu machen.

Es bleibt also spannend, welche weiteren Vorteile für Enterprise 2.0 wir zukünftig von Unternehmensführern hören werden und insbesondere wann es auch von deutschen Führungskräften ähnliche Aussagen geben wird, jenseits von Bedenken um Kontrollverlust, Transparenz und Ablenkung. Wer dazu noch ein wenig Überzeugungsarbeit leisten muss, bekommt hier ein paar nützliche Tipps.

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