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Vorstellung der Yammer Fallstudie auf dem KoFoBIS

Gestern fand bereits zum vierten Mal das „Koblenzer Forum für Business Software“, kurz KoFoBiS, an der Universität Koblenz-Landau statt. Anlass und Inhalt war einerseits ein neues durch die Veranstalter herausgegebenes Fallstudien-Buch mit dem Titel „Wettbewerbsfaktor Business Software“ und zum anderen die feierliche Eröffnung des weltweit ersten „University Competence Centers for Collaborative Technologies“ (UCC-CT), gesponsert durch die Firma IBM. Der Kreis der Zuhörer und Mitwirkenden umfasste gut 100 Teilnehmer aus Wissenschaft und Wirtschaft, wobei die IBM ihr Sponsoring durch eine entsprechend starke Präsenz unterstrich.

Hinter KoFoBiS steht das klare Ziel, den Austausch zwischen Wissenschaft und Anwendern zu fördern, und so wurden auf der Veranstaltung acht der insgesamt 12 im Buch beschriebenen Fallstudien durch ihre Autoren vorgestellt. Das Konzept sah dazu einen ca. 20 minütigen Dialog zwischen Wissenschaftler und Anwender bzw. Firmenvertreter mit Folienunterstützung sowie eine anschließende Podiumsdiskussion unter Beteiligung des Publikums vor.

Während am Vormittag noch die „klassischen“ Themen wie ERP-/CRM-Systeme auf der Agenda standen, ging es am Nachmittag um kollaborative Technologien bzw. Enterprise 2.0. Zusammen mit meinem Forschungskollegen Alexander Richter durfte ich die Ergebnisse unserer Fallstudie zur Nutzung der Microbloggingplattform Yammer bei Capgemini vorstellen. Hierzu hatten wir in Zusammenarbeit mit Kollegen der University of Sydney mit bewährter Methodik die Nachrichten qualitativ analysiert sowie einige Anwenderinterviews geführt. Aktuell sind über 20.000 Capgemini-Kollegen auf der Plattform registriert und es werden täglich mehrere hundert Nachrichten ausgetauscht. Wie schon fast erwartet, drehten sich die anschließenden Fragen um die klassischen Themen wie Sicherheit, Missbrauch sowie die Messung bzw. Quantifizierung des Nutzens.

Abschließend gab es dann noch eine sehr gut gemischte Diskussionsrunde zum Thema „Social Business“ mit einem Chefredakteur einer Lokalzeitung, einem Studenten der Medienwissenschaften, einem Marketingleiter für Collaboration-Software, sowie einem IT-Berater. Trotz der augenscheinlichen Befürwortung und aktiven Social Media Erfahrung aller Teilnehmer gab es zum Teil recht unterschiedliche Sichtweisen, insbesondere hinsichtlich des Businesseinsatzes. Ich denke, ich bin nicht der einzige, der sich mehr Zeit für diese interessante und unterhaltsame Runde gewünscht hätte.

Wie oben angemerkt, gab es am Nachmittag auch noch die feierliche Eröffnung des UCC-CT. Es ist schon bemerkenswert (und auch zu begrüßen), mit welchem Nachdruck mittlerweile einerseits das Thema „Soziale Software im Unternehmen“ bzw. die zugehörigen Anwendungen von den Firmen in die Universitäten gepusht werden und andererseits wie bereitwillig dies auch in die Ausbildung und die Lehrpläne integriert wird. Auch wenn die Universität Koblenz-Landau hier den Lead hat, gibt es bereits eine entsprechende Zusammenarbeit mit anderen Hochschulen bzw. die klare Bestrebung, dies weiter auszubauen. Es bleibt also spannend, wenn die ersten entsprechend ausgebildeten Studenten in den Unternehmen aufschlagen und auf so manche „bewährte“ Praxis bzw. Kultur treffen.

Last but not least noch eine kurze Twitterbetrachtung. Unter dem niemals offiziell verkündeten, aber doch schnell genutzten Hashtag #kofobis fanden sich immerhin einige twitternde Teilnehmer und schrieben ihre Eindrücke. Relativierend muss jedoch festgestellt werden, dass sich das Gesamtvolumen wohl noch unter der Anzahl an Tweets pro Minute zur aktuell stattfindenden re:publica bewegen dürfte…. Nun denn, vielleicht verschiebt sich ja der Fokus des KoFoBiS beim nächsten Mal noch weiter in Richtung „Social Business“, so dass auch hier eine Steigerung zu erwarten sein wird. Insgesamt war es in jedem Fall eine sehr angenehme und lohnende Veranstaltung mit einem sehr durchdachten Konzept, perfekter Organisation und ausreichend Networking-Gelegenheiten. Auch die Verpflegung, bekanntlich ein nicht zu unterschätzender Bestandteil jeder Konferenz, hat meinerseits keine Wünsche offen gelassen.

P.S.: Die Fallstudie zu Yammer bei Capgemini wie auch weitere Fallstudien aus dem Buch stehen zum freien Download unter http://www.e20cases.org/.

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