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Ein Jahr mit Twitter

Heute wurde ich sogar per Tweet über mein 1-jähriges Twitterjubiläum informiert. Ein guter Zeitpunkt also, ein wenig zu reflektieren. Bis vor einem Jahr hatte eher die Skepsis über den persönlichen Nutzens überwogen, auch wenn einige Bekannte schon lange begeistert ihre Tweets verschickten. Doch irgendwann überkamen mich zunehmend die Neugier und vor allem das Gefühl, so manches einfach nicht mehr oder erst viel später mitzubekommen.

Mit wenigen Klicks war der Account erstellt und fragte mich „What are you doing?“. Schnell wurde mir klar, dass das wohl die wenigsten wirklich interessiert und wohl auch nicht meiner primär beabsichtigten Twitternutzung entspricht. Treffenderweise wurde dieser Quote ja auch vor einiger Zeit gegen „What’s happening?“ ausgetauscht. Natürlich war mir auch von Anfang an bewusst, dass „bei Twitter mitmachen“ kein Event, sondern ein Prozess ist, und sich der Nutzen erst in einer längerfristigen Nutzung offenbaren wird.

In den vergangenen 365 Tagen habe ich nun mit über 270 Tweets meine mittlerweile über 100 Follower sowie diverse Listen beglückt und darf mich hin und wieder über ein „Mention“ / „Retweet“ freuen. Doch was bringt das ganze wirklich? In einer kürzlich erschienenen Typisierung der Twitternutzer würde ich mich eher zur den „Repeatern“ zählen, wobei der Begriff m.E. den etwas negativen Beigeschmack des reinen „Wiederkäuers“ hat. Meines Erachtens geht es doch eher um Vernetzung und (bewertete) Verbreitung. Twitter ist für mich eine „menschliche Filterschicht„, d.h. den wesentlichen Mehrwehrt sehe ich als „Social Search Tool“ und der damit einhergehenden Serendipity. Dadurch dass ich vorwiegend Leuten mit ähnlichen Interessen folge und diese für sie interessante Dinge veröffentlichen, verschafft mir mein Twitterstream schnell einen Überblick über aktuelle Themen. So beinhalten die meisten meiner empfangenen Tweets einen Link oder zumindest einen Hashtag. Gerne greife ich daher auch Links von anderen auf und schicke sie kommentiert weiter (wobei ich mich vorher natürlich immer von dem Inhalt und Wert des Links überzeugt habe…). Das Ganze geht auch ein wenig Richtung Social Bookmarking, so dass sich meine Delicious-Nutzung seit Twitter deutlich reduziert hat.

Ein weiterer Twitter-Nutzen offenbarte sich mir auf dem Barcamp in München. Durch den gemeinsamen Hashtag fand die Konferenz eigentlich auf zwei Ebenen statt, einmal im „Real Life“, aber eben auch im Netz. Dies schafft eine völlig neue Art der „Awareness“ und bietet eine einfache Möglichkeit für Feedback oder Anknüpfungspunkte für persönliche Gespräche. Natürlich besteht dadurch auch die Möglichkeit, aus der Ferne einer Veranstaltung zu folgen. Sogar auf der CeBit Webciety wurde die Twitterwall dieses Jahr intensiv als Feedbackkanal aus dem Publikum (vor Ort oder per Livestream dabei) genutzt.

Fazit: Twitter hat eine bedeutende Rolle in meiner täglichen Informationsversorgung eingenommen und manchmal frage ich mich, wie ich das eigentlich vorher so gemacht habe. Natürlich besteht hier auch eine latente Ablenkungsgefahr, die eine gewisse Selbstdisziplin erfordert. Doch empfehle ich nicht jedem, dass er unbedingt auf Twitter sein muss, um den Anschluss nicht zu verpassen. Bevor man sich jedoch eine eigene Meinung bildet, sollte man aber zumindest einen Blick darauf werfen bzw. es selbst ausprobieren. In diesem Zusammenhang hat mich kürzlich ein Bekannter (und nicht Twitter-Nutzer) auf das Youtube Video „Twitter in real Life“ aufmerksam gemacht. Nun denn, ganz witzig und es ruft sicherlich bei so manchen Skeptikern (und Halbwissenden) großen Beifall hervor. Mit dem „realen Twitter“ und vor allem meiner Nutzung hat es meiner Meinung allerdings eher weniger zu tun. (Passender finde ich da schon Facebook in Reality).

P.S.: In wenigen Tagen feiert übrigens auch dieser Blog seinen 2. Geburtstag. Bereits beim ersten Jubiläum habe ich ja schon meine Motivation und Erfahrungen ausgeführt. Daran hat sich bis heute eigentlich nichts Wesentliches geändert, so dass ich sowohl Blog als auch Twitter in gewohnter Weise weiterführen werde. Die einzige Neuerung, die vielleicht ein leicht verändertes bzw. erweitertes Nutzungsverhalten bringen wird, ist mein vor wenigen Tagen erstandenes Android-Handy, das ja nun so allerlei Social-Apps bietet. Wir werden sehen.

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