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Ideen für eine tag-gesteuerte Bloginfrastruktur im Unternehmen

Neben Wikis erfreuen sich auch Blogs zunehmender Beliebtheit bei der internen Kommunikation in einem Unternehmen. Beispiele sind der interne Newsticker, Berichte und Gedanken des Vorstandes zur allgemeinen Geschäftsentwicklung, aber auch interne Projektblogs, zur Informationsverteilung und Kommunikation in einem Team. Letztere lösen zunehmend die klassischen „Verteiler-Emails“ ab und bieten zudem den Vorteil, dass die Informationen an zentraler Stelle gehalten werden und damit auch für neue Teammitglieder unmittelbar zugänglich sind.

TagCloud In diesem Beitrag möchte ich über einige konzeptionelle Überlegungen zur Gestaltung einer Bloginfrastruktur in einem Unternehmen berichten. Oberstes Ziel ist zum einen eine einfache Bedienbarkeit, die es den Mitarbeitern erlaubt, sich voll auf ihre Inhalte zu konzentrieren, und sie von allen technischen Details als auch Fragen nach der „richtigen Ablage“ fernhält. Blogbeiträge zu schreiben darf nicht schwerer sein, als eine Email zu verfassen. Darüber hinaus soll die Plattform maximale Flexibilität für eine Vielzahl von Anwendungsfällen bieten, d.h. flexible und individuelle Filtermöglichkeiten über alle Blogs im Unternehmen, aber auch die situationsgerechte Gestaltung von Lese- und Schreibrechten.

Gemäß dem Motto „One more level of abstraction solves every problem in computer science“ liegt meines Erachtens ein überlegenswerter Ansatz in der Steuerung aller Blogbeiträge über ein zentrales System von Tags. Jeder Mitarbeiter hat genau einen persönlichen Blog und nur dort darf er Beiträge schreiben. Zur Strukturierung bzw. Kanalisierung versieht er jeden Beitrag mit einer Auswahl von Tags (mit entsprechender Eingabeunterstützung).

Jeder Tag hat einen eindeutigen Besitzer, von dem der Tag einst angelegt wurde. Dieser Besitzer kann individuelle (bzw. rollenbasierte) Lese- und Schreibrechte zu diesem Tag vergeben, d.h. nicht jeder darf zu jedem Tag schreiben bzw. lesen. Beispielweise bloggt der Vorstand unter dem Tag Vorstand (o.ä.), unter dem nur seine Angehörigen schreiben dürfen, aber alle Mitarbeiter lesen dürfen. Möchte ein Projektleiter einen internen Projektblog nutzen, legt er ein Tag Projekt4711 an und vergibt seinen Teammitgliedern entsprechende Lese- und Schreibrechte. Darüber hinaus gibt es selbstverständlich ein Menge von freien Tags, die jeder verwenden darf und die zur flexiblen Strukturierung, z.B. thematisch, dienen.

Gemäß dem Motto „Filter on the way out, not in“ können sich die Nutzer so an Hand eines booleschen Tagausdrucks individuelle Informationsströme zusammenstellen und z.B. per RSS über ihren Feedreader abonnieren. Ein Tagbrowser oder auch eine (individuell konfigurierbare) Tagcloud geben eine Übersicht über aktuelle Inhalte. Diese fördert die Awareness über aktuelle Themen im Unternehmen und damit möglicherweise auch die Vernetzung zwischen Projekten bzw. deren Mitarbeitern. Bei jeder Abfrage überwacht die Bloginfrastruktur, ob zu allen Tags auch die entsprechende Leseberechtigung besteht. Tags ohne Berechtigung tauchen dann auch im Tagbrowser nicht auf (wobei hier auch eine „auf Rückfrage“-Option denkbar ist).

Auch wenn jeder selbst direkt neue Tags anlegen darf und nur bei Namensgleicheit eine entsprechende Warnung erscheint, wird man vermutlich eine Art „Tag-Gärtner“ benötigen, der über das Wachsen und Gedeihen der Tag-Population wacht. Seine Aufgabe umfasst dabei auch die Herstellung von Relationen zwischen den Tags, z.B. horizontal (Synonyme) oder auch vertikal (Hierarchie, Verallgemeinerungen).

Aktuell sind mir leider keine am Markt verfügbaren Lösungen bekannt, die diesen tag-gesteuerten Ansatz „out-of-the-box“ unterstützen. Sollte hier jemand etwas wissen, freue ich mich über einen entsprechenden Hinweis wie natürlich auch über allgemeines Feedback.

Kategorien:Vernetze Welt
  1. 20. Juli 2009 um 11:57

    Was passiert, wenn ich zum Thema (Tag) Vorstand schreiben möchte, aber nur ein normaler Angestellter, also nicht im Vorstand, bin? Das dürfte ich dann ausgehend von dem Vorschlag nicht nutzen, weil read-only?! Insgesamt auf jeden Fall ein sehr interessanter Ansatz!

  2. schaeferblick
    21. Juli 2009 um 20:43

    Das ist dann wohl eine Frage der Namenskonvention. Vielleicht wäre „Vorstandsblog“ als geschützter Tag besser, so dass „Vorstand“ als freier Tag von jedem verwendet werden kann.

  1. 28. Juli 2009 um 09:22

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