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Generierte Unternehmensprofile bei XING

„Die Mitarbeiter sind das wertvollste Kapital eines Unternehmens“ – dieser Aussage ist nicht neu und in Zeiten wissensintensiver Arbeitsprozesse wichtiger denn je. Doch wer sind diese Mitarbeiter? Wo kommen sie her, was haben sie für Interessen, auch neben dem eigentlichen Job? Bisher beschränkte sich diese Informationen wohl höchstens auf die Personalabteilung eines Unternehmens oder eben den eigenen Freundes- bzw. Kollegenkreis.

In Zeiten des Web 2.0 bieten sich neue Möglichkeiten und so bietet das Businessnetzwerk XING seit einigen Wochen Profile zu den Unternehmen seiner Mitglieder. Die Daten werden jedoch nicht etwa zentral über die PR-Abteilung einer Firma gepflegt, sondern automatisch „bottom up“ aus den Mitarbeiterprofilen generiert. Neben quantitativen Daten wie Altersspanne und Durchschnitt, Dauer der Firmenzugehörigkeit und Karrierelevel werden insbesondere auch Qualifikationen der Mitarbeiter angegeben, die sich aus den (vermutlich meist genannten) „Ich biete“ Einträgen bestimmen. Einziges kleines Manko: Unterschiedliche Schreibweisen einer Firma führen zu unterschiedlichen Unternehmen, hier wäre z.B. eine Synonymeliste oder die Identifikation über die Firmenwebseite angebracht. Nun denn, ich habe das mal an einigen ausgewählten Firmen ausprobiert:

Die Mitarbeiter meiner aktuellen Firma, Capgemini sd&m AG, sind im Schnitt 34 Jahre alt und bieten die klassischen Informatikerthemen: „Software Engineering, IT-Beratung, JEE, Softwarearchitektur, UML, Hibernate, IT-Architektur, J2EE, SOA, Anforderungsanalyse, Eclipse, OOD, JSP, Java, Spring“. Da kommen wir her und das können wir auch gut.

Vergleicht man dies mit einem Mitbewerber, z.B. Accenture, liegt der hier der Schnitt bei 32 Jahren und das Angebot wir entsprechend breiter: „Finance & Performance Management, Technical Architecture, Application Outsourcing, Karrieremöglichkeiten, Human Performance, IT Transformation, Technische Architektur, Enterprise Performance Management, Custom Development, Systems Integration, Karriere, SAP EC-CS, Post Merger Integration, Process Design, Programm Management“.

Gehen wir noch einen Schritt weiter und schauen auf McKinsey, so liegt der Altersschnitt bei 31 Jahren und über 50% sind weniger als 3 Jahre dabei. Angeboten werden hier „Motivation, Kreativität, Consulting, Organisationstalent, Flexibilität, Teamfähigkeit, Projektmanagement, Marketing, Auslandserfahrung, Engagement, Project Management, Beratung, Ideen, Organisation, Kontakte“. Klassische Unternehmensberatung halt.

Last but not least, noch einen Blick auf meine alte Firma, die Bundeswehr, hier sind immerhin weit über 3000 Kameraden auf XING vertreten, mit einem Schnitt von 30 Jahren und fast 60% mit über 5 Jahren Firmenzugehörigkeit. Angeboten werden: „Einsatzerfahrung, Menschenführung, Führungsfähigkeit, Führungserfahrung, Entscheidungsfreude, Führungskompetenz, Durchsetzungsfähigkeit, Erfahrung in der Personalführung, Durchsetzungsvermögen, soziale Kompetenz, Univ., Disziplin, interkulturelle Kompetenz, Loyalität, Mobilität“. (Es gibt übrigens auch Einträge zu „Bundeswehr, Luftwaffe“, hier finden sich dann u.a. auch „Teamfähigkeit, Kreativität, Motivation, Flexibilität, Kontakte, Projektmanagement, Engagement, Marketing“😉 )

Weitere Interpretationen überlasse ich hier mal dem Leser und bin mir sicher, dass diese neuen Funktionalität, noch so einige Erkenntnisse zu Tage fördern wird. Spontan kam mir beispielsweise die Idee, ob man nicht an Hand der Divergenz zwischen dem tatsächlichem Altersschnitt und dem XING-generierten eine Art „Geek-Faktor“ einer Firma bestimmen könnte😉.

Neben den aggregierten Daten kann man übrigens auch direkt durch die Datengrundlage, d.h. die Profile der Mitarbeiter der Firma „surfen“. Diese Funktion erweist sich zudem hilfreich bei der Jobsuche. So lässt sich leicht (zumindest stichprobenartig) ein Eindruck über potentielle neue Kollegen erlangen. Irgendwo hat ich ja mal gelesen, dass es für die meisten Leute wichtiger ist, mit wem sie arbeiten als für wen. Und wer weiß, vielleicht findet sich ja darunter auch ein Mitarbeiter, den man über wenige Ecken kennt. Es lebe die neue Transparenz dank Web 2.0…

  1. Es gibt noch keine Kommentare.
  1. 7. Dezember 2015 um 22:30

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