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Web 2.0 Vortrag der etwas anderen Art

In der Reihe „Wissenschaft für Jedermann“ gab es heute einen Vortrag mit anschließender Diskussion zu „Web 2.0 – Gesellschaftliche, mediale und politische Auswirkungen“ von Professor Capurro. Die Veranstaltung wurde organisiert vom Deutschen Museum (in dessen Räumen sie auch stattfand) und der Katholischen Akademie in Bayern. Der Saal war bis zum letzten Platz mit ca. 300 Zuhörern gefüllt, wer nicht vorbestellt hatte kam sogar erst über eine Warteliste in letzter Minute herein. Interessant war hier vor allem die Zusammensetzung, die meisten dürften die Entwicklungen in der Informationstechnologie seit Konrad Zuse live miterlebt haben.

Inhaltlich gab es für Kenner der Materie wenig neues, aber die lagen wohl auch nicht in der primären Zielgruppe. Ohne sich lange mit Web 2.0 Definitionsversuchen oder konkreten Technologien aufzuhalten, referierte Prof. Capurro über die gesellschaftlichen Auswirkungen unserer vernetzten Welt und brachte hierzu immer wieder Zitate bekannter Philosophen, insbesondere Kant. Auch wenn er natürlich auch auf die bekannten Gefahren und Nachteile einging, bekannte er sich eindeutig zu den neuen Errungenschaften und wies eindringlich darauf hin, nicht nur die negativen Seiten eines neuen Mediums anzuführen. Meines Erachtens schon recht bemerkenswert, da solche Worte in deutscher Sprache bei einem Redner in diesem Alter nicht all zu oft zu hören sind.

Ob der Vortrag damit allerdings die Erwartungen seiner Generation erfüllt hatte, schien mir etwas fraglich, da mit dem Übergang zum Diskussionsteil doch ein gutes Drittel der Zuhörer den Saal verließen. Die Fragen drehten sich dann um Auswirkungen auf die Bildung, Sprachkultur und Massenmedien. Ein Zuhörer fiel allerdings etwas aus der Reihe, als er ereifert fragte, ob Prof. Capurro nicht auch glaube, dass die Ereignisse des 11.September 2001 eigentlich ganz falsch dargestellt werden und „man ja blind sein muss, Herrn B. nicht anzuklagen…“ – woraufhin ihm der Moderator mit dem Hinweis „Thema verfehlt“ resolut das Wort entzog.

Nun denn, insgesamt eine unterhaltsame Web 2.0 Veranstaltung der vielleicht etwas anderen Art, die sicherlich auch neue Zielgruppen erreicht hat und die notwendige Diskussion fördert.

  1. 13. November 2008 um 01:37

    Danke für den Bericht. Da wollte ich eigentlich auch hin. Die „Wissenschaft für Jedermann“-Vorträge sind eigentlich immer ganz interessant – aber vermutlich wie angesprochen hauptsächlich für die, die das Thema nicht schon gut kennen …

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